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Und Harry selbst?

26.03.2007 ·  Die Autorin selbst streut gern ein bisschen Brausepulver in die ohnehin aufschäumende Leserhysterie. Plötzlich fürchten alle um das Leben des Helden. Mit Grund?

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Plötzlich unkt alle Welt. Begonnen mit der Autorin, die gern noch ein bisschen Brausepulver in die ohnehin aufschäumende Leserhysterie streut. Warum man sich bitteschön so sicher sei, dass Harry Potter überleben werde? Plötzlich fürchten alle um den Helden. Mit Grund?

Es gibt zwar keine Unbrechbaren Schwüre in der Jugendliteratur, aber unausgesprochene Verträge, und Verträge muss man halten. Der Held muss überleben, alles andere ist Betrug. Rowling geht zwar immer etwas weiter, als man es ihr zugetraut hätte, und sie dreht mit jedem Band mehr auf. Aber dieses letzte Tabu wird sie hübsch unangetastet lassen. Wenn es stimmt, was sie behauptet, und das schon vor langem geschriebene und in einem Horkrux, nein: Londoner Safe deponierte letzte Wort des Romans „scar“ lautet - soll diese Narbe den Leichnam Harrys zieren, den sie uns zum Abschied auf die Schwelle wirft? Es gibt Sorgen genug, aber diese eine können wir uns schenken.

Viel eher möglich ist, was sich eine kluge Prophetin ausgedacht hat. Harry Potter könnte im Kampf mit Voldemort seine magische Kraft einbüßen. Am Ende erwachte er als normaler Muggle. Diese Lösung wäre nicht unelegant. Ginny nähme ihn trotzdem, und Mr Weasley wäre entzückt. Aber wenn die Autorin so gut ist, wie sie es bislang meistens war, wird sie uns wieder überraschen. Am schönsten ist es für die Tagespropheten immer noch, wenn sie im Staub liegen und erkennen müssen, wie die Meisterin des Wronski-Bluffs sie wieder einmal abgeschüttelt hat.

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