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Dienstag, 18. Juni 2013
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„Ulysses“ als Hörspiel Wer hat Angst vor James Joyce?

 ·  Am Freitag jährt sich der Tag, an dem James Joyce seinen Helden im „Ulysses“ durch Dublin ziehen ließ. Das größte Hörspiel-Wagnis aller Zeiten inszeniert den „Ulysses“ jetzt als Ereignis, das bleibt.

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Roland Magiera

Am "Ulysses" zu verzweifeln ist keine Schande

Selbst der berühmte C.G. Jung hat sich bei Joyce persönlich halb im Scherz, aber wirklich nur halb, beschwert, dass ihn der Ulysses 12 Lebensjahre gekostet hat.

Ich habe mir vorerst die Zähne an der Übersetzung von Goyert ausgebissen, aber das Werk nicht im Frust sondern im Wissen, dass mein Bildungshintergrund einfach noch nicht ausreichend war um den Inhalt angemessen zu erfassen beiseite gelegt. Ziemlich früh wird in knappen Zeilen die an die Küste schlagende Flut beschrieben, woraufhin sich ein Bild der Küste gedanklich formte, als hätte ich sie vor Augen, unerreicht, genial. Der größte sprachliche Könner aller Zeiten.

Um einen Zugang zu James Joyce zu erhalten, empfehle ich wärmstens dessen "Dubliners". Kurzgeschichten mit eher trivialer Handlung aber in einer sprachlichen Intensität verfasst, die aus dem Nichts an Handlung etwas beinah Magisches erschafft.

Meinen ergebensten Dank für den Artikel, morgen werde ich seit vielen Jahren wieder einmal bewusst Radio hören.

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Dr. Wolfgang Klein

Das berühmteste ungelesene Buch der Welt

... Auch deshalb ist der „Ulysses“ wahrscheinlich das berühmteste ungelesene Buch der Welt. ...

In zwei Anläufen bin ich etwa bis zur Hälfte gekommen. Normalerweise bin ich ziemlich hartgesotten, aber dieses Werk hat mein Durchhaltevermögen echt geschafft. Ich besitze eine englische und eine deutsche Ausgabe. An sich ist mein Englisch ganz brauchbar. Bei den ersten hundert Seiten kam ich damit unter gelegentlicher Zuhilfenahme eines Wörterbuchs noch halbwegs klar - am Anfang schien es auch eine Art nachvollziehbarer Handlung zu geben. Beim Lesen hat man den Eindruck immer weniger zu verstehen. Unter der Annahme, es liege an meinem Englisch habe ich zur deutschen Ausgabe gewechselt. Da habe ich aber genauso wenig verstanden. Das Lesen setzt sehr viel (nicht vorhandenes) Kontextwissen voraus. Vielleicht sind es auch die zusammenhanglosen inneren Monologe. Irgendwann verließ mich die Geduld und ich habe das Werk weggelegt. Schade. Vielleicht unternehme ich noch einen dritten Versuch.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 20:17 Uhr
Harry Pastorius
Harry Pastorius (ookk) - 15.06.2012 20:17 Uhr

Nein, das setzt kein Kontextwissen voraus.

Man kann m.E. auch ganz ohne Kenntnis des Referenzüberbaus lesen. Ich meine, es ist eher eine Frage, wieviel Zeit man sich lässt beim Lesen - bzw. dass man den Genuss im Detail sucht, und nicht allein in den "großen Linien". Es wäre wohl auch kein so absonderlich gutes Buch, würde es seinen Gehalt nur oder überwiegend aus Referenzen auf Homer beziehen.

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Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 15.06.2012 16:18 Uhr

So ging es mir auch bei "Ulysses" und mit "The Waste Land"...

...(nicht ganz so textreich aber unglaublich dicht) als ich vor ca. 30 Jahren diese beiden Meilensteine der Moderne zum ersten Mal las. Ich habe Eliots' Gedicht und Joyce's Buch über die Jahre immer wieder mal in die Hand genommen und jedesmal fiel ein Bruchstück in seinen Platz, es war jedesmal eine kleine Epiphanie für mich. Beide Werke haben mich ein lebenlang begleitet und werden es bis zum Ende.

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Christian Marschall

Bloomsday

Man kann der Redakteurin zu diesem hervorragenden Artikel und "den Programmhinweisen" nur ein großes Lob aussprechen. Vielen Dank. Ich freue mich darauf!

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Jahrgang 1970, Redakteurin im Feuilleton.

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