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Shortlist zum Buchpreis : Drei starke Autorinnen für die letzte Runde

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Küren in diesem Jahr den Träger des Deutschen Buchpreises: Ulrike Sárkány (l.), Claudia Kramatschek, Markus Hinterhäuser, Ursula Kloke, Rolf Keussen, Bettina Schulte, Christopher Schmidt Bild: Rainer Rüffer

Die sechs Romane auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stehen fest. Drei Bücher von Frauen, drei von Männern, drei Konzernverlage, drei unabhängige Häuser: Die Ausgewogenheit der Auswahl ist auffällig.

          Die Finalisten für den Deutschen Buchpreis stehen fest. Aus zwanzig verbliebenen Romanen hat die Jury heute die sechs Romane bekannt gegeben, die in der letzten Etappe um den Buchpreis konkurrieren. Auffällig an der Liste ist vor allem ihre Ausgewogenheit: Drei Frauen, drei Männer, drei Konzernverlage, drei unabhängige Häuser, zwei Schweizer Autoren und ein österreichischer Verlag und auch zwei Frühjahrstitel finden sich unter den letzten Sechs.

          Und noch etwas fällt auf: Dass sich mit Jenny Erpenbeck, Monique Schwitter und Inger-Maria-Mahlke drei starke Autorinnen unter den letzten Sechs finden. Ein Befund, der in diesem Sommer auch schon beim Klagenfurter Bachmannpreis augenfällig geworden war. 

          Die nominierten Romane sind in alphabetischer Reihenfolge: Jenny Erpenbecks Tatsachenroman „Gehen, ging, gegangen“ (Knaus Verlag) über einen emeritierten Altphilologen, der in Berlin auf afrikanische Flüchtlinge trifft und beginnt, sich für ihre Geschichten zu interessieren, steht neben Rolf Lapperts „Über den Winter“ (Hanser), der die Flüchtlingsthematik zunächst ebenfalls aufgreift, sich dann aber zu einem Familienroman entwickelt, der Fragen zu familiärer Identität und Existenz aufgreifen. „Wie Ihr wollt“ von Inger-Maria Mahlke (Berlin) ist ein historischer Roman aus der englischen Tudor-Zeit, der anhand seiner Heldin, der zwergwüchsigen Mary Grey, Sujets wie Ausgrenzung und Diskriminierung in zeitgenössischer Sprache verhandelt. Ulrich Peltzer schaut in „Das bessere Leben“ (Fischer) auf die Existenz des flexiblen Menschen in Zeiten des Kapitalismus. „Eins im Andern“ von Monique Schwitter (Droschl) erforscht die Liebesfähigkeit des Menschen anhand ihrer weiblichen Protagonistin, die auf die Lieben ihres Leben zurückschaut. „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ von Frank Witzel (Matthes & Seitz) schließlich schildert aus der Sicht eines Dreizehnjährigen jene bleierne Zeit der sechziger Jahre, als die Republik durch Anschläge erschüttert wurde.

          Die sechs ausgewählten Romane seien „bilanzierende Rückschau und kritische Bestandsaufnahme zugleich, die unserer Gegenwart noch im Gewand der Historie – seien das die Kulissen des elisabethanischen Zeitalters, seien das die zwölf Apostel – einen erhellenden Spiegel vorhalten“, kommentierte die Jurysprecherin Claudia Kramatschek. Mit dem Deutschen Buchpreis 2015 zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2015 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

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