http://www.faz.net/-gr0-8y088

Osnabrücker Friedenspreis : Remarque-Preis für Asli Erdogan

  • Aktualisiert am

Asli Erdogan im Jahr 2008 – damals durfte sie noch nach Deutschland reisen. Bild: Frank Röth

Ob die türkische Autorin den Preis entgegennehmen kann, ist unsicher – sie darf momentan das Land nicht verlassen. Der Sonderpreis geht an die Bewegung „Pulse of Europe“.

          Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück geht in diesem Jahr an die türkische Journalistin und Schriftstellerin Asli Erdogan, die eine scharfe Kritikerin des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist. Sie werde vor allem für die aktuelle Essaysammlung „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ über die Auswirkungen des Putsches im vergangenen Jahr in der Türkei ausgezeichnet, sagte der Jury-Vorsitzende, Universitätspräsident Wolfgang Lücke, an diesem Freitag.

          Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird am 22. September im Friedenssaal des Rathauses verliehen. Asli Erdogan war in jüngster Zeit unter anderem wegen ihres Einsatzes für Kurden inhaftiert. Mittlerweile sei sie wieder frei, dürfe das Land aber nicht verlassen, sagte Lücke. Er würde sich wünschen und es als einen souveränen Umgang des Regimes mit seiner Kritikerin betrachten, wenn sie die Auszeichnung persönlich in Osnabrück in Empfang nehmen könnte. „Wir werden aber auf jeden Fall einen Weg finden, ihr den Preis in angemessener Weise zukommen zu lassen“, sagte er.

          Der mit 5.000 Euro dotierte Sonderpreis geht an die pro-europäische Initiative „Pulse of Europe“. Sie sei eine wunderbare Bewegung, die ein derzeit dringend notwendiges Signal für Europa aussende, betonte Lücke.

          Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wird alle zwei Jahre in Erinnerung an das pazifistische Engagement des in Osnabrück 1898 geborenen Schriftstellers vergeben. Erich Maria Remarque schrieb den Antikriegs-Romans „Im Westen nichts Neues“.

          Weitere Themen

          Ein WM-Gürtel für Erdogan

          Boxweltmeister Manuel Charr : Ein WM-Gürtel für Erdogan

          Als „Dank“ für vier Millionen aufgenommene syrische Flüchtlinge hat der in Köln lebende Syrer Manuel Charr dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan symbolisch einen WM-Gürtel überreicht. Dazu äußert er einen Wunsch.

          So viele mittelmäßige Filme Video-Seite öffnen

          Halbzeit bei der Berlinale : So viele mittelmäßige Filme

          Der Wettbewerb der Berlinale kommt wie schon in den Jahren zuvor nicht so wirklich in Schwung. Zu viel Mittelmaß, zu wenig Neues, findet F.A.Z.-Redakteurin Verena Lueken. Im Video verrät sie, warum sich ein Besuch doch noch lohnt.

          Ein Film über das Massaker von Utøya Video-Seite öffnen

          Berlinale : Ein Film über das Massaker von Utøya

          Der norwegische Regisseur Erik Poppe hat auf der Berlinale seinen Spielfilm „Utøya 22. juli“ vorgestellt. Er erzählt die Geschehnisse auf der norwegischen Insel, auf der der Rechtsextreme Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 69 Menschen erschießt.

          Topmeldungen

          Die Zukunft des Diesel : Zwingt das EU-Recht zu Fahrverboten?

          Wird der Streit um Fahrverbote für saubere Luft womöglich in Luxemburg entschieden? FAZ.NET hat die wichtigsten Punkte aus der Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht zusammengefasst.

          Wehrhahn-Prozess : Angeklagter soll im Gefängnis mit Anschlag geprahlt haben

          Er hat die festgefahrenen Ermittlungen zum Wehrhahn-Anschlag wieder ins Rollen gebracht: Am Düsseldorfer Landgericht hat ein Schlüsselzeuge in dem Verfahren gegen den mutmaßlichen Attentäter ausgesagt. Dieser habe ihm die Tat gestanden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.