http://www.faz.net/-gr0-892q8

Privatsphäre und Literatur : Ich bin, was ich verberge

  • -Aktualisiert am

Eine gute Stube des Sprachlichen? Das weiß nur derjenige, der den Schlüssel besitzt. Bild: F1online

Freiheit bedeutet, selbst entscheiden zu können, was öffentlich wird und wie und wann. Von diesem Grundrecht sollten nicht nur Schriftsteller, sondern alle Menschen Gebrauch machen.

          Mein erstes Tagebuch war aus Kunstleder und blau, und es hatte ein kleines Schloss. Ich war acht Jahre alt, als ich es geschenkt bekam, ich weiß nicht mehr, von wem. Ich begann, jeden Tag etwas hineinzuschreiben, und wenn ich fertig war, schloss ich ab. Über die Jahre und Jahrzehnte bekam das blaue Tagebuch viele Geschwister, anfangs noch bunt, mit lustigen Aufklebern und Pferdebildern verziert, später in immer gedeckteren Farben, immer mehr in Richtung Notizbuch tendierend.

          Der Schlüssel zu meinem ersten Tagebuch ging irgendwann verloren; verschlossen stand es mehr als drei Jahrzehnte lang in wechselnden Regalen, zuerst in Bonn, dann in Passau, später in Leipzig und schließlich in der Brandenburgischen Provinz.

          Eines Tages nahm ich eine Schere und schnitt den Riemen durch, an dem sich das Schloss befand. Ich fühlte mich schlecht dabei, wie ein Eindringling, obwohl es doch mein eigenes Tagebuch war. Aber das Kind, dem es gehört hatte, schien mich quer über die Jahre hinweg vorwurfsvoll anzusehen. Spitzel! Verräterin! Irgendwie werden wir durch das Vergehen von Zeit nicht älter, wir werden einfach nur immer mehr. Eine wachsende Ansammlung von Kindern, Jugendlichen in verschiedenen Altersstufen, Erwachsenen und irgendwann Greisen, die leicht fremdelnd in einer losen Gruppe beisammenstehen und durchaus Geheimnisse voreinander haben können.

          Erste Gehversuche

          Aber ich wollte sehen, was sich in diesem blauen Büchlein befand. Das erste Geheimnis meines Lebens lüften. Wie sah er aus, der Gründungsakt meiner Persönlichkeit? Erst einmal bestand er aus einer Menge gepresster Pflanzen, kommentarlos eingeklebt mit Tesafilm-Streifen: Löwenzahn, Gänseblümchen, Stücke von Farnen, vor mehr als dreißig Jahren auf Wiesen gepflückt, an die ich mich nicht mehr erinnere.

          Dann die ersten Einträge:

          26. 7. 1982 Heute hat es wieder geregnet. Nach dem Frühstück sind wir in einen Laden gegangen und haben uns Hefte gekauft. (Ich Donald Duck und Agnes eine Zeitschrift.) Agnes hat sich noch Süßigkeiten gekauft. Die haben wir beim Fehrnsehgucken aufgegessen. Am Abend habe ich mein Donald Duck Heftchen gelesen, dann bin ich eingeschlafen.

          27. 7. 1982 Heute hat es wieder geregnet. Nach dem Frühstück haben wir gelesen. Nach dem Mittagessen bin ich mit Senta auf den Markt gegangen. (Nach Baliengen.) Zuerst hat Senta in Balingen eingekauft. Dann hat sie für Agnes und mich was gekauft. Nach dem Abendessen haben wir noch Radio gehört und Senta hat gesagt: „Ich fahre morgen zu Karola.“

          28. 7. 1982 Es regnet heute wieder. Als wir mit Frühstück fertig waren mußten wir Zweige zusammen kehren. Das hat 2 Stunden gedauert. Nach dem Mittagessen haben wir gemalt. Dann um 14.00 Uhr ist Senta zum Bahnhof gefahren. (Mit dem Bus.) Sie wollte bis Sonntag bei Karola bleiben. Wir habe nnoch Fernseh gekuckt bis zum Abend. Nach dem Essen durften wir aufbleiben bis Senta aus München angerufen hat.

          Amouröse Berichterstattung

          Mein Vorsatz, jeden Tag etwas zu schreiben, reichte bis zum 5. August 1982, währte insgesamt also elf Tage. Die restlichen Seiten des Tagebuchs sind leer.

          So sieht es aus, mein erstes Geheimnis. Es war auch der Beginn meiner Laufbahn als Schreibende. Ein paar gepresste Pflanzen und Wetterbericht.

          Die Anzahl der Tagebücher wuchs schnell, die Einträge wurden länger, die Sätze auch. Im Jahr 1984, da war ich zehn, findet sich mitten im Geplauder ein lapidarer Nebensatz: „Ich schreibe gerade einen Krimi.“ Dieser Krimi ist verloren. Nicht aber mein erster Roman, der in Tagebuch IV seinen Anfang nahm und zwei ganze Notizbücher füllte, gelegentlich unterbrochen von kurzer Berichterstattung darüber, wer in der Schule gerade in wen verknallt war.

          Geheimnistuerei

          Ich schrieb und schrieb, die Themen änderten sich, der Stil, die Farbe der Notizbücher. Was immer gleich blieb, war die Heimlichkeit. Nach meinem ersten Tagebuch habe ich nie wieder eins mit Schloss gekauft. Das erschien mir wohl schon damals als wenig überzeugende Sicherung. Stattdessen ging ich in die Werkstatt, holte einen Handbohrer sowie eine Stichsäge, rückte in meinem Zimmer ein Regal ab und zersägte darunter den Dielenboden. Zuerst bohrte ich Löcher, um der Säge einen Ansatzpunkt zu schaffen. Von dort aus sägte ich ungeschickt entlang der Ritzen und zweimal quer durch das Dielenbrett. An den kurzen Enden des Lochs klebte ich von unten Pappstreifen in die Öffnung, die den ausgesägten Deckel trugen - ein etwa vierzig Zentimeter langes Dielenstück, das mit den Daumennägeln herausgehoben werden konnte. Das Loch war auch bei aufgelegtem Deckel ohne weiteres zu erkennen, so dass immer etwas darauf stehen oder liegen musste. Dafür war unter den Dielen jede Menge Platz.

          Und den brauchte ich auch, denn ich lernte schnell, dass Schreiben einen Zustand ununterbrochener Selbstverteidigung begründet. Setzen Sie sich einmal zu Hause an den Küchentisch, nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie etwas. Zählen Sie die Sekunden, wie lang es dauert, bis das erste Familienmitglied hinter Ihnen steht und fragt: „Was schreibst du da?“

          Wiederholen Sie das Experiment an beliebigem Ort. Schreiben Sie einfach. Nicht mit dem Laptop, sondern mit der Hand auf Papier, auf lose Blätter oder in ein kleines Notizbuch. Erleben Sie, wie Ihre Mitmenschen unruhig werden, ja, Angst bekommen, wie Sie versuchen, herauszufinden, was Sie da notieren. Decken Sie das Geschriebene mit einer Hand gegen fremde Blicke, und Sie werden erleben, wie sich die Neugier der anderen in schieren Hass verwandelt.

          Schreiben ist peinlich

          Meine Eltern wollten wissen, was ich schrieb. Mein Bruder wollte wissen, was ich schrieb. Meine Freunde wollten wissen, was ich schrieb. Aber ich wollte nicht gelesen werden.

          Ist das nicht ein gewaltiges Paradoxon? Ein Mädchen, das sich später zur Schriftstellerin und Publizistin entwickeln wird, sorgt mit allen Mitteln dafür, dass ihre Texte möglichst nicht an die Öffentlichkeit geraten? Hätte ich nicht eher stolz damit herumlaufen sollen wie ein Kind, das ein Bild gemalt hat: Seht her, was ich Tolles gemacht habe?

          Seltsamerweise unterscheidet sich das Bildermalen in einem ganz wesentlichen Punkt vom Schreiben: Auf Bilder ist man stolz, das Ergebnis des Schreibens ist einem peinlich. Im Grunde weiß das auch jeder. Zumindest jeder, der einmal gezwungen war, im Deutschunterricht einen selbstverfassten Aufsatz vorzulesen. So fühlen sich Autoren auf Lesungen, es sei denn, das Empfinden für die eigene Herrlichkeit hat den Blick auf die Peinlichkeit ihres Tuns bereits verschleiert.

          Das Festgenagelt-Sein

          Aber was ist so peinlich am Schreiben, besser gesagt, am Geschrieben-Haben? Ist es die Angst davor, nicht perfekt zu sein, etwas darzubieten, das den Ansprüchen nicht standhält? Aber das ist ja kein Spezifikum des Schriftlichen - auch wenn wir reden, bieten wir dem Zuhörer mit jedem Satz die eigene Unvollkommenheit dar. In gewisser Weise ist Reden sogar intimer und verräterischer als Schreiben, denn der Klang der Stimme, unsere Mimik und Körperhaltung machen uns zu offenen Büchern für jeden aufmerksamen Zuhörer, ganz egal, ob wir am Kneipentisch sitzen oder auf einem Podium stehen. Ist uns das Sprechen einfach natürlicher, ist uns das Schreiben gewissermaßen weniger anthropologisch konstant zugehörig als die verbale Äußerung? Worin liegt der besondere Schmerz, die besondere Pein des niedergeschriebenen Worts?

          Er liegt im Festgehalten-Werden. Im Festgenagelt-Sein. In der Unmöglichkeit eines Dementis. In der beliebig langen Zeit, die jedem Leser zur Verfügung steht, um das Geschriebene zu analysieren, zu entblättern, zu interpretieren. Es dem Schreiber in jeder Hinsicht vorzuhalten.

          Wer schreibt, der bleibt: So sehr wir Menschen uns wünschen, der Flüchtigkeit zu entgehen, so sehr wir verharren wollen im Jetzt, so sehr wir anstrampeln gegen das Vergehen von Zeit, gegen die eigene Vergänglichkeit, gegen diese Rutschbahn Leben mit dem Fluchtpunkt Tod; so sehr manche von uns mit allergrößter Anstrengung versuchen, die abwärts führende Rolltreppe wieder hinauf zu rennen: In Wahrheit verursacht uns der Verlust von Flüchtigkeit allergrößte Qualen. Das Bleiben ist dem Menschen unnatürlich. Es nimmt ihm das Menschliche, welches im ewigen Wabern, im Entstehen und Vergehen, technisch gesprochen: im Prozesshaften liegt. Der Mensch als Festgehaltenes ist: kein Mensch mehr, sondern ein Objekt. Etwas, das der Betrachtung freigegeben wird.

          Im Peinlichen wohnt die Pein

          Und schon decken wir instinktiv zu, was wir soeben geschrieben haben. Und schon drehen wir uns erbost um, wenn uns jemand über die Schulter guckt, während wir arbeiten. Und schon rutscht uns beinahe die Hand aus, wenn jemand im ICE versucht, auf dem Bildschirm unseres Laptops mitzulesen - mir vor allem, weil ich zugegebenermaßen besonders empfindlich auf jeden Versuch des Gelesenwerdens reagiere. Am besten, man kauft sich einen billigen Laptop, dann kann man auf dem Bildschirm nur etwas erkennen, wenn man direkt davor sitzt.

          Im Peinlichen wohnt die Pein: ein ganz spezieller Schmerz. Nicht jener eines aufgeschürften Knies oder eines angestoßenen Kopfs. Die Pein ist kein zufällig erlittener Schmerz, nicht durch Krankheit oder Unfall verursacht. Hinter der Pein steht ein Peiniger. Kurz gesagt: Die Pein ist Ergebnis von Folter. Sie ist Schmerz, welcher der Mensch dem Menschen zufügt, und zwar nicht in einem ebenbürtigen Kampf, sondern im Rahmen eines totalen Macht-Ungleichgewichts. Gepeinigt wird der Mensch von Teufeln in der Hölle, im Lager oder in den Untersuchungsgefängnissen eines durchgedrehten Geheimdienstes. Gepeinigt werden wir, wenn wir machtlos sind, vollkommen entblößt, ohne Würde, mit anderen Worten: nackt.

          Die Folter will nicht töten, sie will dem Menschen das Menschliche nehmen. Sie will ihn der Würde entkleiden, ihn „bloßstellen“, also „peinlich machen“. Die Folter ist ein Kampf um das Nichtgesagte. Sie ist ein Versuch der Zwangsveröffentlichung. Sie will dem Menschen etwas entreißen, das dieser verbergen will. Eine Information, eine Erzählung, einen Namen, eine Beichte, ein Bekenntnis. Die Folter ist ein Anrennen gegen die Heimlichkeit. Ein Mensch, der der Folter widersteht, verteidigt ein Geheimnis. Und indem er sein Geheimnis verteidigt, also nicht sagt, was der Folterknecht von ihm hören will, verteidigt er seine Würde und sein Mensch-Sein.

          Die guten Stuben des Sprachlichen

          Denn das Geheimnis begründet die menschliche Persönlichkeit. Nur das Geheimnis gibt uns ein Recht auf Flüchtigkeit. Das Geheimnis schützt den Prozess, die Veränderung, das Werden. Es schützt unseren nicht-gegenständlichen, nicht-materiellen und doch so unendlich substanzhaften Kern. Das Recht auf ein Geheimnis ist das Recht, nicht angeschaut zu werden, das Recht, stumm zu bleiben, das Recht, sich im Schutz der Dunkelheit immer weiter zu verändern, das Recht, Subjekt und nicht Objekt zu sein, das Recht, pathetisch gesprochen, auf eine Seele. Jedes Antasten dieses Schutzraums ist uns peinlich. Dazu genügt der Versuch der Mutter, ein Tagebuch zu lesen, oder der Blick des Fremden auf den Laptopmonitor. Das von den Eltern bespitzelte Kind und der im Verhör Gefolterte werden beide nicht in ihrer autonomen Menschlichkeit respektiert, sie werden beide (wenn auch in der Tat auf völlig verschiedenen Stufen) „peinlich berührt“.

          Das also bedeutet Freiheit: selbst entscheiden zu können, was öffentlich wird und wie und wann.

          Ein Schriftsteller macht sich diese Freiheit zum Beruf. Er ist deshalb vielleicht in besonderem Maße berufen, die Grenze zwischen diesen beiden Bereichen zu verteidigen. Indem er schreibt, errichtet er verschiedene Räume: Repräsentationsräume, gute Stuben des Sprachlichen, die immer weiter möbliert und sortiert und poliert werden, damit sie eines Tages Gäste empfangen können, welche dann mit „Ah“ und „Oh“ den Stil und die Eleganz bestaunen sollen, welche sich wohlfühlen sollen in gastlicher Atmosphäre, welche gut unterhalten sein sollen oder neidisch oder beeindruckt oder gar eingeschüchtert, je nachdem, je nach Gastgeber, je nach Stube, je nach Geschmack.

          Die Herrschaft über die Entscheidung

          Genauso errichtet der Schriftsteller aber Rumpelkammern der Schreibarbeit, Bereiche, in die niemals das Licht eines fremden Blicks fallen darf, Bereiche, die nur ihm gehören, in denen er Dreck ablädt oder um sich schlägt oder Tourette-artige Beschimpfungen schreit oder Liebesschwüre flüstert oder obszöne Phantasien ausprobiert - oder einfach nur richtig schlechte Gedichte schreibt.

          Vielleicht wird mal ein Zimmer umgewidmet, vielleicht wird die Rumpelkammer eines Tages zum Präsentiersalon. Es gibt Exhibitionisten, es gibt Veränderungen im Leben, es gibt Menschen, die eines Tages glauben, ihr Haus sei insgesamt so bedeutend, dass noch jede Schmutzecke das Licht einer großen Öffentlichkeit verdient. Das Wichtige ist: Der freie Mensch kann es halten wie ein Dachdecker, er hat selbst zu entscheiden, was öffentlich ist und was privat, und wer sich für die allergrößte Transparenz entscheidet, ist nicht weniger würdig, nicht weniger Mensch, nicht weniger im Besitz eines Geheimnisses als der größte Geheimniskrämer: Denn es geht nicht um das Wieviel des Veröffentlichens, sondern um die Herrschaft über die Entscheidung.

          Diese Entscheidung ist das Schloss auf dem Tagebuch, und es ist ganz egal, ob sich dahinter eingekellerte Leichen oder nur meteorologische Bagatellen verbergen - es ist nicht die Brisanz des Inhalts, sondern die Existenz des Schlosses, die uns zu würdigen Menschen macht.

          Am Anfang war das Wort

          Das alles nicht nur wissend, sondern erlebend, empfindend, gelegentlich auch erleidend, stehe ich nun eines Tages vor einem ganzen Volk, vor 83 Millionen Menschen, nein, vor einem ganzen Europa, ach was, gewissermaßen vor einer ganzen Welt, jedenfalls vor einer Epoche, einem Zeitalter, welches mir sagt: Ist doch egal, wenn man uns abhört, anguckt, auswertet - wir haben schließlich nichts zu verbergen.

          Wenig später fragt man mich in Interviews, warum ich mich politisch engagiere. Was es denn verdammt noch mal zu verteidigen gebe.

          Diese Fragen machen mich fassungslos. Denn es gibt etwas zu verteidigen, und es hat mit Sprache zu tun. Angriff und Verteidigung bedienen sich desselben Mittels, denn nicht nur am Anfang war das Wort, sondern auch in der Mitte und am Ende. Das ist kein besonderes Problem der Publizistik, sondern ein Problem der Verfasstheit unserer Denkapparate. Wir alle sitzen hier, weil wir an diese schlichte Tatsache glauben. Es gäbe keine Publizistik, wenn kein Unterschied zwischen öffentlich und privat existieren würde. Denn was müsste man veröffentlichen, publizieren, wenn alles schon immer öffentlich, also publik wäre?

          La lutte continue

          Wir alle verdienen den würdigen Titel „Mensch“ durch Aufrechterhaltung der Linie zwischen öffentlichem und privatem Wort. Wir treffen hundert Mal am Tag diese herrschaftliche Entscheidung, sortieren unser Denken, unser Leben, das ganze Sein in diese beiden Kategorien und verhalten uns entsprechend. Angriffe auf die Trennlinie zwischen öffentlich und privat sind ein Angriff auf das Publizieren, auf die Publizistik an sich, sie sind ein Angriff auf die Möglichkeit, Schriftsteller zu sein, sie sind ein Angriff auf die aller-aller-grundsätzlichst konstituierenden Parameter des Menschlichen. Nicht nur „Ich denke, also bin ich“, sondern: „Ich entscheide, wer was davon mitkriegt - also bin ich“.

          Wollen wir mal sehen, ob das 21. Jahrhundert das wegargumentiert kriegt. Ob irgendwelche Post-Privacy-Affen oder Digitale Oligarchen oder komplett mumifizierte Politiker oder größenwahnsinnige Geheimdienstchefs oder paranoide Ex-Großmächte es tatsächlich schaffen werden, diese Grenze niederzureißen. Am Anfang war das Wort, und es war geheim. La lutte continue.

          Die Schriftstellerin Juli Zeh, geboren 1974, veröffentlichte zuletzt den Roman „Nullzeit“ sowie den Essayband „Nachts sind das Tiere“. Von ihrer Klage gegen die Verfassungsmäßigkeit des biometrischen Reisepasses bis zum Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der NSA-Affäre hat sich die Juristin Immer wieder für die Bewahrung der Privatsphäre eingesetzt. Diese Rede hielt sie anlässlich der Verleihung des Hildegard-von-Bingen-Preises für Publizistik.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.
          Keine Zeit für Grokodilstränen: Sigmar Gabriel und Martin Schulz am Dienstag im Bundestag

          SPD nach Jamaika-Aus : Einmal Opposition und zurück

          Nach dem Paukenschlag wird in der SPD noch einmal neu nachgedacht. Es gelte, Neuwahlen zu vermeiden – heißt es hinter vorgehaltener Hand. Behutsam müsse man die Partei auf eine Regierungsbeteiligung vorbereiten. Nur wie?
          Heute ein seltenes Phänomen: Steiger in Deutschland.

          Letztes Bergwerk im Ruhrgebiet : Schicht im Schacht

          Auf Prosper-Haniel, der letzten Zeche im Ruhrgebiet, bereiten sich die Arbeiter auf die Schließung vor. Von 2700 Mitarbeitern werden viele in den Vorruhestand gehen, andere sich neue Jobs suchen. Die Pumpen unter Tage aber müssen weiterlaufen – für immer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.