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Longlist für den Deutschen Buchpreis : Die Konflikte spitzen sich zu

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Bild: dbp13

Viele bekannte Autoren aber auch eine Reihe kleinerer Verlage prägen die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2013. Die Jury hat 201 Romane gesichtet und zwanzig ausgewählt. Bestimmendes Thema ist ein Dauerbrenner: die Familie.

          Altbekannte Autoren wie Uwe Timm, Urs Widmer und Büchner-Preisträger Reinhard Jirgl konkurrieren im aktuellen Wettbewerb um den Deutschen Buchpreis 2013. Unter den zwanzig Autoren der am Mittwoch vorgelegten Longlist finden sich aber auch wichtige Vertreter der jüngeren Autorengeneration wie Daniel Kehlmann, Thomas Glavinic, Ralph Dutli, Norbert Gstrein, Dagmar Leupold, Terézia Mora, Thomas Stangl und Clemens Meyer.

          Die siebenköpfige Jury hat ihre Romane aus 201 Titeln ausgewählt, die zwischen Oktober 2012 und dem 11. September 2013 erschienen sind oder noch in den Handel kommen. Zu den Debütanten, die es gleich mit ihrem ersten Roman auf die Liste geschafft haben, gehören die Sängerin Monika Zeiner und die russisch-deutsche Schriftstellerin Nellja Veremej.

          Individuelle Schreibweisen, familiäre Konstellationen

          „Modische Themen oder scheinbar in der Luft liegende Plots treten eher in den Hintergrund, es geht mehr denn je um individuelle Schreibweisen“, sagte der Sprecher der Jury, der freie Kritiker, Helmut Böttiger, laut Mitteilung. „Auffällig ist, dass sich die Konflikte offenkundig im engsten persönlichen Umfeld zuspitzen, in familiären Konstellationen, die immer weniger Halt zu bieten scheinen.“ Daneben hat Böttiger aber auch neue Perspektiven und Reaktionen auf unmittelbare zeigeschichtliche Erfahrungen ausgemacht. Und: „Viele der interessantesten Romane erschienen in kleineren Verlagen.“

          Am 11. September wird die Liste dann auf sechs Romane reduziert, die sogenannte Shortlist. Der Sieger daraus wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse, am 7. Oktober, bekanntgegeben und ausgezeichnet.

          Zu der jährlich wechselnden Jury gehören diesmal neben Böttiger: Katrin Lange (Literaturhaus München), Ursula März („Die Zeit“), Jörg Plath (freier Kritiker), Andreas Platthaus („Frankfurter Allgemeine Zeitung“), Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung, Salzburg) und Claudia Voigt („Der Spiegel“).

          Der Deutsche Buchpreis kürt „den besten Roman in deutscher Sprache“. Er gilt als die Literaturauszeichnung mit der größten Publikumsresonanz in Deutschland. Der Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum neunten Mal vergeben und ist insgesamt mit 37.500 Euro dotiert. Der Sieger erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Finalisten je 2500 Euro. Im vergangenen Jahr wurde die Berliner Autorin Ursula Krechel für ihren Nachkriegsroman „Landgericht“ ausgezeichnet.

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