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Illies wird Rowohlt-Chef : Ein gutes Zeichen

Als Träger des Börnepreises geehrt: Florian Illies Ende Mai 2014 in Frankfurt Bild: Patrick Slesiona

Nach nur vier Jahren steht bei einem der größten deutschen Publikumsverlage ein neuerlicher Chef-Wechsel an: Im kommenden Jahr wird Florian Illies Barbara Laugwitz an der Spitze von Rowohlt ablösen.

          Florian Illies wird neuer Chef des Rowohlt Verlags. Der 1971 geborene Publizist löst vom 1. Januar 2019 an die bisherige Chefin Barbara Laugwitz ab, die vor vier Jahren auf Alexander Fest gefolgt war. Das relativ rasche Ende ihrer Zeit an der Verlagsspitze ist ein Zeichen dafür, dass im Holtzbrinck-Konzern, zu dem Rowohlt gehört, keine Zufriedenheit über die jüngere Entwicklung des Hauses bestand.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Mit Illies hat Rowohlt nur die prominenteste Wahl getroffen, die man sich vorstellen kann. Der zunächst als Feuilletonredakteur bei der F.A.Z. ins publizistische Geschäft eingestiegene Kunst- und Zeithistoriker wurde mit seinem Bestseller „Generation Golf“ im Jahr 2000 einem großen Publikum bekannt. Mit den „Berliner Seiten“ dieser Zeitung, die von 1999 bis 2003 erschienen, und dem Kunstmagazin „Monopol“ (2004) gründete er zweimal Publikationen, die auf ihren Feldern Maßstäbe setzten; 2001 war er zudem erster Feuilletonchef der neuen „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, die er für „Monopol“ verließ.

          2008 wechselte er zur Wochenzeitung „Die Zeit“, dem wichtigsten Presseerzeugnis des Holtzbrinck-Konzerns, das er 2011 für eine Geschäftsführerposition im Berliner Auktionshaus Grisebach wieder verließ. Sechs Jahre darauf fand das Wechselspiel zwischen Kunst und Presse seine Fortsetzung, als Illies bei Grisebach aus dem operativen Geschäft wieder ausstieg und als einer von fünf Herausgebern zur „Zeit“ zurückging. Die nunmehr übernommene Aufgabe bei Rowohlt erfolgt in Zeiten eines tiefen Wandels im Buchgeschäft, gerade auch in der Selbstwahrnehmung der Branche. Dass jemand wie Illies hier seine Zukunft sieht, ist ein gutes Zeichen zumindest für Rowohlt.

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