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Krimibestenliste im Oktober : Beton ist unverwüstlich

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Im Oktober behauptet eine Staatsanwältin die Spitzenposition, und es gibt Mörderisches aus Australien und aus China..

          1.

          Simone Buchholz - Beton Rouge
          Platzierung im Vormonat: 1

          Hamburg, Biesendorf. Gefolterte Verlagsmanager ächzen in Käfigen vor ihrem Stammhaus. Ein Mädchen totgefahren. Chastitys Kumpel im Streit. Im siebten Riley-Fall steuert Buchholz ganz ins Dunkle. Ihr Beitrag zur Internats- und Racheliteratur. Astra, saubere Sprüche, Melancholia, und ein neuer Mann..
          Suhrkamp, 230 Seiten, 14,95 Euro.

          2.

          Friedrich Ani - Ermordung des Glücks
          Platzierung im Vormonat: /

          München. Ex-Kommissar Jakob Franckh überbringt den Eltern die Nachricht vom Tod ihres Kindes: der elfjährige Lennard erschlagen. Die Überlebenden verdorren bei lebendigem Leib, ihre Schuldgefühle treiben ältere Schuld auf. Die „Sacharbeit“ der Ermittler führt endlich zu Erkenntnis, aber nicht zu Erlösung.
          Suhrkamp, 317 Seiten, 20 Euro.

          3.

          Lisa Sandlin: Ein Job für Delpha
          Platzierung im Vormonat: 7

          Beaumont, Texas, 1973. Zwei Neuanfänger auf gutem Weg: Delpha Wade hat 14 Jahre Knast wegen Mordes (recte: Notwehr bei Vergewaltigung), Tom Phelan harte Zeiten als Ölbohrer hinter sich. Auf Bewährung organisiert sie sein Detektivbüro, zu zweit mischen sie Patenträuber und Mordverschwörer auf. Herzhafter Start.
          Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Suhrkamp, 352 Seiten, 9,95 Euro.

          4.

          Sven Heuchert - Dunkels Gesetz
          Platzierung im Vormonat: 5

          „Altglück“. Dunkel, vormals Söldner, bewacht eine Bergbaubrache. Lemurenhafte Randwelt, bewohnt von Versagern, Zuhältern, Drogenschmugglern. Und Frauen, die sich für Kost und Logis durchschlagen, begrapscht, benutzt zur Triebabfuhr. Heucherts milieugenauer Sprachnaturalismus trifft ins Schwarze.
          Ullstein, 188 Seiten, 14,99 Euro.

          5.

          Viet Thanh Nguyen - Der Sympathisant
          Platzierung im Vormonat: /

          Vietnam, Kalifornien. Das ist das Geständnis eines kommunistischen Agenten katholisch-französisch-vietnamesischer Herkunft, verfasst im Umerziehungslager. Nguyens Gegengeschichte gegen die der amerikanischen Kriegsverlierer balanciert zwischen den Kulturen, voll Zweifel und Hohn auf „Identität“.
          Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. Blessing, 528 Seiten, 24,99 Euro.

          6.

          Ottessa Moshfegh: Eileen
          Platzierung im Vormonat: 2

          X-Ville, Neuengland 1964. Eileen: voll Selbsthass, Prüderie, Stolz, Wut und Langeweile, vierundzwanzig, Jungfrau. Vater Ex-Cop, Säufer. Auftritt: die glamouröse Rebecca, ihr Licht fällt in Eileens desaströse Schattenwelt. Rebeccas Erziehungsaktionen machen Eileen stark, autonom und bös. Radikal.
          Aus dem Englischen von Anke Carolin Burger. Liebeskind, 334 Seiten, 22 Euro.

          7.

          Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand
          Platzierung im Vormonat: 8

          „St. Pierre d’Elze“, Sète. Hültners neuer Ermittler Commandant Lazare aus Montpellier hat mehr als genug zu tun. Ein toter Sinto, ein renitenter Bauer im Weidezaun, ein deutscher Polizistenmörder. Und eine korrupte Polizeistation. Hültner im neuen Milieu: souverän, mit skeptischem Humor.
          btb, 384 Seiten, 20 Euro.

          8.

          Christian v. Ditfurth: Giftflut
          Platzierung im Vormonat: 10

          Frankfurt/Main, Berlin, Welt. Brücken, Tunnel, Gebäude fliegen in die Luft. Tausende Tote in den Metropolen, der Westen kollabiert. Selberdenker Eugen de Bodt erkennt: Es geht um Imperialismus und Wasser. Der Kommissar und seine Crew gegen Disruption im Weltmaßstab. Der Serie dritter Querschläger: Volltreffer.
          Carl’s Books, 480 Seiten, 15 Euro.

          9.

          David Whish-Wilson - Die Ratten von Perth
          Platzierung im Vormonat: /

          Perth. Superintendent Swann auf der Abschussliste, seine Tochter entführt, bedroht vom Purple Circle der Kollegen, die eine Bordellchefin liquidiert haben. Swann klagt vor der Königlichen Untersuchungskommission an, gepeinigt im Wespennest (west-) australischer Korruptheit. Hart, kalt, neu: Whish-Wilson.
          Aus dem Englischen von Sven Koch.Suhrkamp, 298 Seiten, 9,95 Euro.

          10.

          Xiao Bai - Die Verschwörung von Shanghai
          Platzierung im Vormonat: /

          Shanghai 1931. Zwischen den Fronten von Kuomintang, KP und Kolonialmächten: Fotograf Hsueh Weiss, halb Chinese, halb Franzose. Und zwischen zwei Frauen, der Waffenhändlerin Therese und der Idealistin Leng. Lug, Betrug und Terror. Der Dandy-Fotograf als Spitzel, Glücksspender und Katalysator.
          Aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff. Insel, 426 Seiten, 22 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Sonntagszeitung“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Nordwestradio“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“, „Krimi-Welt“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite)  abonnieren.

          Quelle: F.A.S.

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