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Lucky Luke in Paris : Ein Colt, ein Pferd, ein Boulevard

  • Aktualisiert am

Lucky Luke lässt sich mal wieder beeindrucken. Bild: dpa

Er ist ein einsamer, siebzig Jahre alter Cowboy. Trotzdem läuft es für Lucky Luke mit mehr als 30 Millionen verkauften Bänden in Deutschland immer noch prächtig. Zeit, in Paris die Freiheit zu verteidigen.

          Am Ende eines jeden Lucky Luke-Comics reitet der Held singend in den Sonnenuntergang, ohne zu verraten, wohin es für ihn geht. Unvorstellbar der Gedanke, er könnte auf dem Weg in eine Stadt sein, in der Grashalme zum Kauen Mangelware und Schusswaffen den Behörden vorbehalten sind. Dennoch reist der Cowboy, der schneller als sein Schatten schießt, in Begleitung seines Pferdes Jolly Jumper nun über den Atlantik, um in Paris die Freiheit zu verteidigen.

          Am Anfang des neuen Bandes „Ein Cowboy in Paris“ ist alles wie immer: Lucky Luke bringt die vier Daltons-Brüder, Banditen des alten Schlags, zurück ins Gefängnis. Doch trifft er auf eine Gruppe von Indianern, die ausgerechnet Auguste Bartholdi, den Bildhauer, der die Freiheitsstatue geschaffen hat und der in Nordamerika Sponsoren für sein Projekt sucht, an den Marterpfahl gebunden haben.

          Spannungen Amerikas

          Bartholdi hat schon einiges durchgemacht: Einer seiner erbittertsten Gegner ist Abraham Locker, Gefängnisdirektor, Autor des Buches „Die Leiden des jungen Wärters“ und Verkörperung von Werten, die sich als Referenz zu den aktuellen Spannungen in Amerika lesen lassen. Locker will auf der Insel vor Manhattan, wo Bartholdi die Freiheitsstatue plazieren möchte, ein riesiges Gefängnis bauen. Lucky Luke erkennt sofort, wie bedroht die durch die Statue verkörperte Freiheit ist, und macht sich auf den Weg nach Paris, um sie sicher nach Amerika zu bringen.

          Lucky Luke zieht auch in der französischen Hauptstadt die Aufmerksamkeit auf sich.

          Auf seiner Reise trifft der Cowboy Gustave Eiffel, der seinen berühmten Turm noch nicht gebaut hat, Victor Hugo und Madame Bovary – und begeistert sich für die französischen Boulevards.

          Der zeichnerische Maßstab des Lucky-Luke-Erfinders Maurice de Bevere (Morris) aus Belgien gilt bis heute: rotes Halstuch, schwarze Weste, Spinnenbeine. Im letzten Bild des Bandes reitet der Cowboy, natürlich auf Jolly Jumper, der untergehenden Sonne entgegen. Jetzt singt er auch auf Französisch.

          „Ein Cowboy in Paris“ ist nach „Das gelobte Land“ erst der zweite gemeinsame Band von Jul und Achdé und erscheint heute.

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