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Datenschutz in Bibliotheken : Sie nennen es Service, dabei ist es Torheit

  • -Aktualisiert am

Was sie wohl denken mögen? Für Google und andere IT-Konzerne ist das Leseverhalten der Menschen besonders interessant. So wie hier von Studenten im Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig Bild: Frank Röth

Was ist aus den Bollwerken europäischer Bildung geworden? Bibliotheken strecken vor den IT-Konzernen die Waffen und geben Leserdaten massenhaft weiter. Eine gefährliche Anbiederung.

          Seit den Enthüllungen über die Rolle, die die global agierenden IT-Konzerne (Google, Microsoft, Facebook, Apple, Twitter, Amazon) bei der erzwungenen, aber finanziell dann abgegoltenen Zuarbeit für ebenso globale Spitzelsysteme spielen, wissen wir folgendes: dass die Beziehungen von Personen und deren Bewegungen im Raum durch die Auswertung von Metadaten analysiert und durch algorithmische Abschätzungen hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit eingestuft werden. Das ist gesellschaftlicher Sprengstoff, nicht nur wegen der Preisgabe der Grenze von privat und öffentlich. Die keiner demokratischen Überwachung zugängliche Verwendungsmöglichkeit der Daten erzeugt ein hohes Maß potentieller Erpressbarkeit (vom Minister über den Abgeordneten bis hin zum Beamten im Einwohnermeldeamt), das eine demokratische Gesellschaft nicht hinnehmen kann.

          Ein nicht minder inakzeptabler, in der aktuellen Diskussion etwas untergehender Aspekt der ganzen Affäre ist aber, dass die vollständige Kompromittierung des Netzes in jedem seiner Knoten auch gefährlich in das Selbstverhältnis der Individuen eingreift. Wenn es zutrifft, wie Platon im „Sophistes“ schreibt, dass Denken das Gespräch der Seele mit sich selbst ist, dann sind Beobachtungen darüber, welche Ansatzpunkte solches Denken haben kann, für professionelle Profilbildner in der Grauzone von staatlicher Macht und Korporationsmacht von herausragender Bedeutung. Das betrifft in erster Linie die Frage, was Menschen lesen. Damit rücken jene Institutionen und die an ihnen beschäftigten Personen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, die über das Lektüreverhalten von Menschen Daten erheben und, bei politischem oder sonstigem Druck, preisgeben könnten.

          Einer prophetischen Mahnung gleichend

          In Amerika ist schon früh das Bewusstsein für die Problematik dieses Zusammenhangs geweckt worden. 1953 wurde im Verfahren United States versus Rumely vom Supreme Court ein Urteil gefällt, in dessen Begründung die drohende Gefahr unvergleichlich klar auf den Punkt gebracht wurde. Edward Rumely, ein ehemaliger Student der Universitäten Heidelberg und Freiburg, war als Sekretär des Committee for Constitutional Government (einer konservativen, gegen „den Kommunismus“, aber auch gegen Roosevelts Politik gerichteten Interessengruppe, die Bücher und Pamphlete publizierte) vor einen Untersuchungsausschuss des Kongresses geladen und zur Preisgabe der Namensliste jener Personen aufgefordert worden, die bei ihm Bücher gekauft hatten. Er hatte die Herausgabe unter Hinweis auf den ersten Verfassungszusatz, der die Meinungs- und Pressefreiheit schützt, verweigert und war erstinstanzlich wegen Behinderung der Ausschussarbeit verurteilt worden.

          Der Supreme Court sprach ihn letztinstanzlich frei. Dabei formulierte der Richter William O. Douglas in der Urteilsbegründung Sätze, die von heute aus wie eine prophetische Mahnung klingen: „Wenn erst einmal die Regierung von einem Verleger die Namen der Käufer seiner Publikationen verlangen kann, wird die freie Presse, wie wir sie kennen, verschwinden. Dann wird das Gespenst eines Regierungsbeauftragten über die Schulter von jedem schauen, der liest. Der Kauf eines Buchs oder einer Streitschrift heute kann morgen zu einer Vorladung führen. Furcht vor Repressalien geht mit jeder Person an den Bücherstand. Die subtilen, unwägbaren Druckmittel des Orthodoxen greifen. Einige werden sich davor fürchten, etwas zu lesen, was nicht gängig ist, was die Machthaber nicht gerne sehen. Wenn jeder Student, jeder Lehrer überwacht wird, wird die freie Forschung entmutigt.“

          Pflichtlektüre für Bibliothekare

          Unter den Bedingungen der Netztotalüberwachung, mit der wir heute konfrontiert sind, wird für Untersuchungszwecke von Personenprofilen freilich nicht der Verleger oder der Buchhändler, sondern der Bibliothekar zu einer Zentralfigur. Er hat Zugang zu klassifizierbaren personenbezogenen Informationen. Susan N. Herman, wie Obama Spezialist für Verfassungsrecht und seit 2008 Vorsitzende der American Civil Liberties Union, hat in ihrem 2011 bei der Oxford University Press erschienenen Buch „Taking Liberties. The War on Terror and the Erosion of American Democracy“ in zwei langen Kapiteln das Schicksal eines amerikanischen Bibliotheksangestellten geschildert, der durch einen sogenannten National Security Letter aufgefordert wurde, die Leihvorgänge, die über eine bestimmte IP-Adresse an einem bestimmten Tag getätigt wurden, mitzuteilen. Diese Letters knebeln die Empfänger, die bei Androhung eines hohen Strafmaßes weder ihre Vorgesetzten noch einen Rechtsanwalt ins Vertrauen ziehen dürfen.

          Der Bibliotheksangehörige, Leiter der Library Connection of Connecticut, war indes noch mit einem weiteren Dilemma konfrontiert: Da die IP keiner Person, sondern einem Router zuzuordnen war, in den man sich von irgendeiner der 26 Bibliotheken im Verbund um Hartford, Connecticut, einwählen konnte, implizierte der Brief des FBI die Preisgabe der Katalogvorgänge von 288000 Personen an dem besagten Tag. Die ausführliche Schilderung, wie der Bibliotheksangestellte sich tapfer gegen die Drohungen der Exekutive zur Wehr setzte, gehört zu den Glanzlichtern von Hermans Buch und ist ein herausragendes Dokument von Zivilcourage. Seine Lektüre sei jedem Demokraten ans Herz gelegt. Für Bibliothekare aber sollte das Pflichtlektüre sein.

          Peinliche Anpassungsgesten

          Warum die geforderten Daten brisant sind, liegt auf der Hand. Überlappende Lektüre von Hegel, Marx, Engels, Bakunin, Lenin ergo Kommunist und (wenn die politischen Verhältnisse danach sind) Zugriff; überlappende Lektüre von Carl Schmitt, Urteilen Freislers, Pamphleten irgendwelcher Rassentheoretiker, Hitler-Biographien ergo Nazi und (wenn die politischen Verhältnisse danach sind) Zugriff. Die algorithmische Auswertung von Leseverhalten in den Händen einer über die Stränge schlagenden Exekutive ist der Alptraum einer demokratischen Gesellschaft.

          Eben deshalb ist der im vergangenen Jahrzehnt zu beobachtende Opportunismus der großen Bibliotheken gegenüber der IT-Branche nicht nur fahrlässig, sondern gefährlich. Es ist, als habe die Aussicht, sich in einen multinationalen (und vom Silicon Valley dominierten) Serververband transformieren zu können, jede Urteilskraft pulverisiert. Skandalös ist vor allem die vertraglich geregelte Zusammenarbeit mit Google, Amazon, Facebook, Apple und dergleichen Korporationen mit kolonialistischem Anspruch. Hier haben sich die deutschen Bibliotheken (und darunter nicht nur die Bayerische, deren Vertrag mit Google immer noch unter Verschluss gehalten wird) Anpassungsgesten geleistet, die jedem Urteilsvermögen spotten. Das ist deshalb besonders gefährlich, weil viele Bibliotheken zugleich über die Implementierung von sogenannten History-Funktionen (für wie lange, weiß keiner so recht) Recherchevorgänge speichern, die dann, wenn man einmal ein Buch ausgeliehen hat, eindeutig einer konkreten Person zuzuordnen sind.

          Bildungseinrichtungen suchen den Schulterschluss

          Wer also bei einer Recherche nacheinander zwanzig Bücher sucht, hinterlässt innerhalb dieser Katalogsitzung eine genaue Spur seiner Suche. Den Benutzern hat man das, weil sie auf diese Suchgeschichte zurückgreifen können, als großen Fortschritt vorgegaukelt (und zugleich unterstellt, sie wären unfähig, ihren Browsercache selbsttätig zu benutzen). Man hat ihnen aber verschwiegen, wie zielgenau sie sich in den dahinterliegenden Datenbanken verewigen könnten. Und das sind eben nicht nur solche, über die Bibliotheken die Souveränität des Waltens haben. Die Gefahr des Abgriffs der Suchanfragen durch Drittanbieter ist völlig unter die Aufmerksamkeitsschwelle geraten, Beschwichtigungen der Bibliotheken, man habe das alles unter Kontrolle, wirken, bei gesetzten privaten Cookies auf öffentlichen Servern, nicht sehr beruhigend. Suchmasken in öffentlichen Bibliotheken, die einen Benutzer dazu zwingen, einen Cookie zu setzen, wenn er den Katalog benutzen will, sind das Einfallstor für die Bildung von Rechercheprofilen. Die Datenschutzbeauftragten sollten sich endlich dafür starkmachen, solche Erzwingungen in Bildungseinrichtungen zu unterbinden.

          Umso abstoßender erscheinen die Schulterschlüsse von Bildungseinrichtungen mit einem Unternehmen wie Google, das systematisch geltendes deutsches und internationales Recht gebrochen hat und hochpersonalisierte Daten von Benutzern amerikanischen und britischen Regierungsstellen preisgibt. Die Kooperation einer Institution wie der Humboldt-Universität mit dieser Firma wird, wenn unsere Gehirne in zwanzig Jahren nicht vollständig gewaschen sind, als herausragendes Beispiel peinlicher Anbiederung in die Annalen eingehen.

          Google erhält Metadaten frei Haus

          Jeder weiß, dass es bei der Gründung des der HU angegliederten Google-Instituts primär um Lobbyarbeit von Google im Umkreis des Berliner Parlaments ging und nicht um ein Carepaket der Onkels von der Westküste für die notleidende Studentenschaft. Und trotzdem hat man das abgenickt (und Gesine Schwan sitzt am Ende im Kontrollausschuss). Und selbstredend regnet es bei der Katalogrecherche dieser Universitätsbibliothek Cookies, von Google, sozialen Netzwerken et cetera – immer mit dieser segensreichen amerikanischen Juristenerfindung eines opt-out gekoppelt (das heißt man ist immer schon „verhaftet“, wenn man nicht ausdrücklich widerspricht). So hat man das damals schon mit den Indianern gemacht. Ebenso ist das alles, was wunder, mit dem Datenschutzbeauftragten der Humboldt-Universität abgestimmt. Es wäre zu wünschen, dass sich auch der des Landes Berlin der Sache annähme.

          Bis in welche Bereiche eines gefährlich-blauäugigen Konformismus Bibliothekspolitiken sich erstrecken, zeigt die 2012 getroffene Entscheidung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundssysteme, in der alle Bibliothekszusammenschlüsse des deutschsprachigen Raums vertreten sind, der Firma Google bis zu 50 Millionen Katalogdatensätze (sehr teure, in ihrer Erstellung vom deutschen Steuerzahler bezahlte Metadaten) zur Verfügung zu stellen – und zudem jeden Tag bereitwillig die jeweils frisch aufgenommenen Daten der Neuerscheinungen einzuspeisen. Kostenlos!

          Demokratische Rückbindung fehlt

          Die Leiterin der Deutschen Nationalbibliothek, Elisabeth Niggemann, hatte damals als federführende Exekutiva diese von jeder politischen Phantasie unbefleckte Entscheidung im Sinne einer Koalition der Willigen mit der gängigen Phrase gerechtfertigt, man wolle „die bibliographischen Daten einem möglichst großen Nutzerkreis zugänglich machen“. Dass man damit aber zugleich deutsche Leser auf amerikanische Server lenkt und die dort gehorteten und datenschutzrechtlich prekären Personenprofile weiter anreichert, war keiner Risikoabwägung wert. Man wolle Google keine Konkurrenz machen. Dass ausgerechnet das deutsche Bibliothekswesen die Waffen streckt, wenn es um eigenständige Katalogisierung geht, ist ein historisches Novum.

          Wer aber weiß, was von deutschen Bibliothekaren zuverlässig erarbeitete Datensätze mit vielen Eigennamen und validen ISBNs in diesem Marktsegment wert sind, der weiß auch, dass hier das so reich mit überquellenden Anschaffungsetats gesegnete deutsche Bibliothekswesen dem völlig verarmten Unternehmen aus dem Valley eine bedeutende Subvention hat zukommen lassen. Ist das wirklich ein Service für Leser und nicht vielmehr ein Abgrund an Torheit? Oder Ausdruck eines tiefen Verlangens, sich auch einmal im Kreis der global player in Schale werfen zu dürfen (für einmal: „Ich und Eric Schmidt“)? Dass aber eine Entscheidung von solcher Bedeutung von Verwaltungsdirektoren ohne jede öffentliche politische Diskussion, ohne irgendeine parlamentarische Rückkoppelung getroffen werden konnte, ist unverzeihlich und wird sich rächen.

          Ohne Risikoanalyse

          Schlimm ist die politische Phantasielosigkeit schließlich, wenn es um die Frage der Etablierung großer internationaler Bibliotheksdatenbanken geht, die mittelfristig nationale und regionale Kataloge überflüssig machen sollen. Dieser nur allzu konkrete Traum mancher IT-betrunkener Bibliotheksfunktionäre wäre, weit entfernt davon, die Entwicklung von Wissen zu fördern, die ideale Vorbereitung zum Super-GAU einer Informationsgesellschaft. Denn diejenigen, die dann das Sagen und die dazugehörigen Server hätten, könnten, bei Wegfall lokaler Recherchemöglichkeit und der propagierten Komplettumstellung auf Digitalia, durch einen einzigen SQL-Befehl bei Bedarf (politischem oder sonstigem) ganze Wissensbereiche aus der Zirkulation werfen – der vollendete Horror.

          Das 2012 aufgelegte Förderprogramm der DFG zur „Neuausrichtung überregionaler Informationsservices“ führt direkt in Richtung dieses Abgrunds. Der bewilligte Antrag „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheken“ sieht vor, regionale und Verbundsysteme tendenziell in amerikanische Cloudsysteme aufzulösen, die die Katalogisierung, die gesamte Verwaltung der Metadaten übernehmen. Ich erspare mir, die vollmundigen Anpreisungen dieser wahrhaft apokalyptischen Errungenschaft zu zitieren. Hier ist einer technischen Phantasie freier Lauf gelassen worden, offenkundig ohne dass je über die Risiken solcher Systemtransformationen nachgedacht wurde.

          Unter tatkräftiger Mithilfe des Onkels aus Amerika

          Man muss darüber aber verschärft nachdenken, auch im Bereich der Naturwissenschaften. Das Screening und die Auswertung von Leserprofilen sind dort mitnichten harmloser als im Bereich der Geisteswissenschaften. Was aus dieser Situation folgt, sollte sich von allein verstehen. Die Bibliotheken müssen, erstens, ihr Selbstverständnis als dezentrale Kultureinrichtungen, als Bollwerke europäischer Bildung, wiedergewinnen und pflegen und dem – nicht zuletzt aus dem politischen Bereich kommenden – Druck zur Zentralisierung und technischen Erleichterung von Personendatenabgriffen widerstehen. Man muss nicht jedes Feature in seinen Webkatalog integrieren, bloß weil der Hausprogrammierer das schon immer einmal ausprobieren wollte.

          Die Bibliotheken müssen, zweitens, ein Bewusstsein von der Labilität der digitalen Infrastruktur entwickeln und auf analoge „backups“ (wenn sie sich das derzeit schon nicht anders als so vorstellen können) für den Notfall (die aufmerksame, unbeobachtete Lektüre) zurückgreifen können. Mit ihnen erst bilden sie zudem mittel- und langfristig Eigentum und hängen nicht am Tropf der Institutionen, die ihnen, ausnahmsweise (Nationallizenzen) die exorbitanten Lizenzgebühren zahlen. Denn dass „digital“ nicht billiger für eine Bibliothek ist, sollte sich selbst in die letzten Hochburgen der eben durch die NSA und die GCHQ ihrer Naherwartung beraubten Erweckungsbewegung herumgesprochen haben. Wie bei der Berechnung der Kosten für Atomkraftwerke kam bislang ja immer nur die Jungfernfahrt (und nie die Wartung und die Folgekosten) in den Rechenansatz. Anders als dort muss sich die Vorstellung eines GAU im Bibliotheksbereich aber erst noch bilden. Aber da helfen uns schon, wie eben zu beobachten, die Onkels aus Amerika.

          Der „digitale Bohème“ ist längst nicht mehr cool

          Und schließlich, drittens: Die Kooperation mit internationalen IT-Konzernen, die ein Monopol anstreben und zugleich personenbezogene Daten vermarkten, muss auf das absolute Minimum heruntergefahren werden (das ist im Grunde das Konzept Gandhis gegenüber der britischen Kolonialverwaltung). Es gibt zu allem scheinbar Unverzichtbarem eine Alternative. Von der Verlinkung auf GoogleBooks, auf GoogleScholar, SciFinder (diese Systeme sind datenschutzrechtlich ein Abgrund und gefährlich), auf Facebook, über die App für das iOS (ein Betriebssystem, das direkt auf Kompromittierung von Nutzerdaten hin programmiert worden zu sein scheint), der Bevorzugung von Dienst-Computern mit Windows-Software an deutschen Universitäten bis hin zur GPS-Ortung in Bibliotheken: All das muss auf den Prüfstand.

          Dass die Dinge in Bewegung kommen, beweist die Reaktion der Heidelberger Universitätsbibliothek auf die aktuelle Bedrohungslage. Noch im Februar dieses Jahres hatte ich mir einen Screenshot der Cookies gemacht, die bei einer normalen Rechercheanfrage gesetzt wurden. Das waren eine ganze Menge, und die üblichen Verdächtigen schienen auf. Jetzt findet sich dort neben den bibliothekseigenen nur noch ein Google-Cookie und der eines „startups“ (und auch diesen Vertrag erwägt die Bibliothek zu kündigen). Wenn jetzt noch die irreführenden Amazon-Coverbildchen mit ihrer Verlinkung ins Luxemburger Steuernirvana verschwänden, würde aus dem mittleren Schritt ein großer Sprung. Will man wirklich aus Trotz weiterhin dem Amazon Student Service zuarbeiten und sich mit jener Firma gemein machen, die die aufschlussreichsten und damit gefährlichsten Leseprofile bunkert?

          Am Phantasma einer selbsternannten „digitalen Bohème“ teilzuhaben, mag einmal cool gewesen sein. Jetzt weht aus dieser Richtung ein tatsächlich sehr kalter, grauer Siliziumwind, und die Luft in der Wolke riecht nach Vorladung.

          Roland Reuß lehrt an der Universität Heidelberg Germanistik und Editionswissenschaft.

          Quelle: F.A.Z.

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