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T. C. Boyle : Kein Rückzug, nirgends

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Der US-amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle nimmt es für seinen neuen Roman „Hart auf hart“ nicht so genau mit der Bezeichnung „Weltpremiere“. Bild: dpa

Wohin man sich auch wendet, jede Bewegung wird verfolgt. Ein Entkommen gibt es nur für Gesellschaftsverweigerer. Sieht so demokratische Wahlfreiheit aus?

          Während wir schliefen, haben die Maschinen die Welt übernommen, genau wie es die alten Science-Fiction-Filme voraussagten. Regierungen bauen und betreiben die Maschinen, und die Maschinen sammeln Daten, die immer missbraucht werden. Man kann nicht in die Öffentlichkeit gehen, ohne gefilmt zu werden, kann keine Website besuchen, ohne verfolgt zu werden, kann nicht zum Abendessen in ein Restaurant gehen, ohne dass der Aufenthalt dort markiert wird. Es gibt kein Rückzugsgebiet mehr. Und es gibt kaum etwas, das wir dagegen tun können, außer auszusteigen. Surfen Sie nicht im Internet, gehen Sie nicht hinaus auf die Straße, sprechen Sie die Drohnen nicht persönlich an. Zerstören Sie einfach das Telefon und den Computer, und nehmen Sie den Hinterausgang Ihres Hauses, Ihres Appartements, Ihrer Hütte oder Ihres Schuppens, und vergraben Sie sich im Dreck. So etwas nennt man demokratische Wahl. Man nennt es auch Rückzugsgebiet.

          T. C.  Boyle, Jahrgang 1948, lebt bei Santa Monica. Er veröffentlichte zuletzt den Roman „San Miguel“.

          Quelle: FAZ.NET

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