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Inka Parei : Die Bedrohung hinter dem Bildschirm

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Inka Parei Bild: picture-alliance / dpa

Ein neue, unsichtbare Gefahr hat sich im täglichen Leben eingenistet. Wer die Repression in Osteuropa noch vor Augen hat, muss die Einschränkung der Freiheitsrechte fürchten.

          Man könnte uns Spezialisten für das Unsichtbare nennen, das kürzlich oder innerhalb einiger Jahrzehnte, einer Lebensspanne vielleicht, Vergangene. Für das im normalen Alltag aus dem Blick Geratene. Das sind Formulierungen die mir manchmal einfallen, wenn ich gefragt werde, warum ich schreibe. Ich habe dann meist unscheinbare, vergessene oder im Abseits liegende Orte oder Lebensläufe im Sinn. Ich will sie wieder ins Bewusstsein rücken, sie sind mir wichtig. Weil ihnen Vergangenheit anhaftet und weil wir die Vergangenheit brauchen, um die Gegenwart besser zu verstehen, um in ihr Kurs halten zu können. Seit den Veröffentlichungen von Edward Snowden in diesem Jahr hat der Begriff des Unsichtbaren für mich noch einmal eine neue Dimension bekommen. Täglich schalten wir den Computer ein. Eine makellose Oberfläche suggeriert uns Transparenz, Übersichtlichkeit, Funktionalität. Was jedoch dahinter passiert, im Verborgenen, wer die diesem Medium anvertrauten Informationen über finanzielle Verhältnisse, Freunde und Vorlieben liest, speichert oder deutet, das wissen wir nicht. Scheinbar handelt es sich bei Datensicherheit um ein sehr gegenwärtiges Thema, in einem gegenwärtigen Medium.

          In Wirklichkeit heißt es aber auch in diesem Zusammenhang: Die Vergangenheit nicht vergessen! Nicht wenige Ostdeutsche auch meines Alters erinnern sich noch genau an Situationen in ihrem Leben, in denen die Abwesenheit fundamentaler Rechte Normalität war. Die Angst im Gesicht mir nahestehender Menschen, die mir aus ihrem früheren Leben erzählt haben, habe ich nicht vergessen. Die Einschränkung von Menschenrechten hat viele, sehr vielfältige Facetten. Gegenwärtig ist sie offenbar auf gespenstische Art und Weise hinter unserem Bildschirm verborgen.
           

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