http://www.faz.net/-gr0-771jg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.02.2013, 14:00 Uhr

Amazon-Geschäftsbedingungen Verleger nehmen Abstand von Amazon

Zwei Verleger haben die Kooperation mit dem Online-Händler Amazon beendet. Der Widerstand gegen die Konditionen von Amazon nimmt auch unter Kunden zu.

© VAT

Mit der Überschrift „Bye bye, Amazon - wir steigen aus“, die graphisch suggestiv in die Mülltonne läuft, hat der Mainzer Verleger André Thiele auf der Internetseite seines Verlags VAT mitgeteilt, dass er ab sofort die Kooperation mit dem Online-Händler Amazon beendet.

In seinem „Kündigungsschreiben“ spricht er von den „katastrophal schlechten Konditionen“, die Amazon ihm als Kleinverleger biete, und die er jahrelang geschluckt habe. Thiele folgt damit dem Berliner Verleger Christoph Schroer, der am 15. Februar in einem offenen Brief an den Amazon-Chef Jeff Bezos ebenfalls die Auflösung seiner Zulieferer- und Kundenkonten angekündigt hatte. 

Nach der ARD-Reportage über die von Amazon beschäftigten Sicherheitsfirmen und Leiharbeiter, die in den vergangenen Tagen für Furore gesorgt hat, gibt es eine Welle von Kritik unterschiedlicher Art an Amazon, insbesondere aus dem Buchhandelsgewerbe. Dabei spielen sowohl die Interessen von Verlegern als auch die Rechte von Kunden eine Rolle. Die Bloggerin und Romanautorin Pia Ziefle etwa berichtet auf dem Netzportal „Carta“, das mit der Auflösung eines Kundenkontos bei Amazon auch die E-Book-Inhalte vom Kindle-Lesegerät verschwinden. Im Gespräch mit der F.A.Z. sagte sie, Verlage, Autoren und Kunden sollten angesichts der Amazon-Konditionen „nicht länger die Klappe halten“ und sich wehren.

Mehr zum Thema

Quelle: wiel.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wahlkampf in Amerika Donald Trump wettert gegen Amazon-Chef

Der Präsidentschaftsanwärter ist schlecht auf den Amazon-Vorstandsvorsitzenden Jeff Bezos zu sprechen. Die von ihm erworbene Zeitung Washington Post diene Bezos nur dazu, die Steuern bei Amazon niedrig zu halten, der Onlinekonzern nutze seine Monopolstellung aus. Bezos nimmt es bislang mit Humor. Mehr Von Roland Lindner, New York

18.05.2016, 07:12 Uhr | Wirtschaft
mifitto Per App die richtige Schuhgröße finden

Das Duisburger Unternehmen mifitto bietet seinen Kunden eine App, die die richtige Schuhgröße scannt. Damit sollen Rücksendungen beim Online-Shoppen vermieden werden. Mehr

17.05.2016, 14:58 Uhr | Beruf-Chance
Brüssel gegen Geoblocking Online Einkaufen im Ausland wird einfacher

In den Niederlanden ist der Kühlschrank billiger - aber der Händler sperrt Kunden aus Deutschland. So etwas soll nach Plänen der EU-Kommission nicht mehr vorkommen. Auch bei Streaming-Plattformen will sie etwas ändern. Mehr

25.05.2016, 15:28 Uhr | Finanzen
Museum in Frankfurt Trailer zum neuen Online-Programm des Städels

Trailer zum neuen Online-Kurs des Städel-Museums in Frankfurt. Mehr

29.04.2016, 08:55 Uhr | Feuilleton
Kühles Frühjahr Zalando wächst weiter - aber langsamer

Der Online-Händler macht zwar weiterhin Umsatz, doch ein später Frühjahrsbeginn und Zukäufe schmälern den Gewinn. Die Aktie verliert über sechs Prozent. Mehr

12.05.2016, 13:20 Uhr | Wirtschaft
Glosse

Gott geht offline

Von Michael Hanfeld

„Godspot“ nennt die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz das Projekt: Sie rüstet alle Kirchen mit W-Lan aus. Ob da der göttliche Funke überspringt? Mehr 21 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Literatur“