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Sachbücher des Jahres

Aufruf der Suhrkamp-Wissenschaftsautoren Eigentum verpflichtet!

Im Streit um die Zukunft des Suhrkamp-Verlags veröffentlichen mehr als 160 Autoren und Übersetzer aus dem Wissenschaftsprogramm des Hauses den folgenden Appell. Unter den Unterzeichnern befinden sich Jürgen Habermas, Judith Butler, Wolf Singer, Charles Taylor, Peter Sloterdijk, Hans Ulrich Gumbrecht, Axel Honneth, Ulrich Beck, Francesca Raimondi, Manfred Frank, Seyla Benhabib und Julian Nida-Rümelin.

© dapd, dpa, Matthias Lüdecke Vergrößern

Wir, Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer im Wissenschaftsprogramm des Suhrkamp Verlages, sind fassungslos angesichts der rechtlichen Vorgänge, die gegenwärtig den Fortbestand einer herausragenden Institution des literarischen Lebens, aber auch eines der weltweit renommiertesten Wissenschaftsverlage bedrohen.

Es erfüllt uns mit großer Sorge, dass die Existenz des wichtigsten Forums für kritische Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland vom Ausgang eines Rechtsstreits abhängig gemacht wird, in dem zwei Parteien ihre Konflikte mit Mitteln zu lösen versuchen, die dafür ungeeignet sind. Der Suhrkamp Verlag bietet seit 60 Jahren die Gewähr nicht nur für die engagierte Pflege der vom Nationalsozialismus nicht korrumpierten Traditionen deutschsprachiger Geistes- und Sozialwissenschaft, sondern auch für die mutige Verbreitung französischer und angelsächsischer Theorien im deutschen Sprachraum. Damit ist es dem Verlag und dessen kompetenten Mitarbeitern gelungen, eine kritische Diskussion über die Grenzen von eingespielten Denkschablonen hinweg in Gang zu bringen und durch Entscheidungen, die nicht allein der Logik der Gewinnmaximierung folgen, am Leben zu erhalten. Wir appellieren an die beiden Parteien, dieses einzigartige Gebilde nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen; das kulturelle Vermächtnis, das sie in den Händen halten, ist für das intellektuelle Leben in Deutschland viel zu wichtig, als dass es den Risiken eines fortgesetzten Rechtsstreits ausgeliefert werden dürfte. Wir begrüßen die Suche nach einem Vermittler, der für beide Seiten akzeptabel ist.

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Veröffentlicht: 04.01.2013, 13:55 Uhr