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Sonntag, 19. Februar 2012
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Schriftsteller Walser, Lenz und Hildebrandt waren in der NSDAP

01.07.2007 ·  Siegfried Lenz und Martin Walser sowie der Kabarettist Dieter Hildebrandt waren in ihrer Jugend als Mitglieder der NSDAP registriert. Das Bundesarchiv in Berlin bestätigte einen entsprechenden Bericht. Die Betroffenen behaupten, sie seien ohne ihr Wissen aufgenommen worden.

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Die Schriftsteller Siegfried Lenz und Martin Walser sowie der Kabarettist Dieter Hildebrandt waren laut einem Bericht im Magazin „Focus“ in ihrer Jugend als Mitglieder der NSDAP registriert. Das Bundesarchiv in Berlin bestätigte diese Informationen. Bei Recherchen über die sogenannte Flakhelfer-Generation seien entsprechende Unterlagen aufgetaucht, sagte der zuständige Abteilungsleiter des Bundesarchivs, Hans-Dieter Kreikamp.

Hildebrandt und Walser sagten dem „Focus“, dass sie keinen Aufnahmeantrag unterschrieben und bislang auch nichts von einer NSDAP-Mitgliedschaft gewusst hätten. Günter Berg, Hoffmann-&-Campe-Verlagsleiter, bestätigte am Samstag, dass Gleiches für den Autor seines Verlages, den 81-jährigen Siegfried Lenz, gelte. Lenz habe immer offen über seine Vergangenheit gesprochen, „er war nie wissentlich Mitglied in der NSDAP“.

„Ich habe nie einen Aufnahmeantrag gekriegt“

Hildebrandt sagte im „Focus“: „Ich war im Februar 1944 als Luftwaffenhelfer in Oberschlesien. Ich habe nie einen Aufnahmeantrag gekriegt.“ Walser habe nach Einträgen auf entsprechenden Karteikarten die Aufnahme am 30. Januar 1944 beantragt, Hildebrandt am 19. Februar 1944 und Lenz am 12. Juli 1943. Als Aufnahmedatum sei jeweils der 20. April 1944 verzeichnet - der 55. Geburtstag Hitlers. Walser erklärte dazu: „Ich habe mich nie beworben, an dieser Partei teilzunehmen. Ich habe keinen Antrag gestellt.“

Beide - sowie laut Berg auch Lenz - gehen davon aus, dass sie ohne ihr Wissen zusammen mit anderen Angehörigen der Hitlerjugend in einem Sammelverfahren aufgenommen wurden. Der Abteilungsleiter des Bundesarchivs zweifelte die Darstellung der Autoren indirekt an. Kreikamp sagte, für die Aufnahme in die Partei seien schriftliche Anträge mit eigenhändiger Unterschrift vorgeschrieben gewesen. Derartige Vorschriften seien auch während des Krieges streng eingehalten worden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.07.2007, Nr. 26 / Seite 25
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