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Veröffentlicht: 28.06.2016, 10:33 Uhr

Literarische Auszeichnung Büchner-Preis für Marcel Beyer

Ein Meister von Panorama und Mikroskopie: Marcel Beyer ist mit seinem Roman „Flughunde“ bekannt geworden. Nun erhält er einen der renommiertesten Literaturpreise des Landes.

© dpa Lyrik und Prosa: Marcel Beyer kann alles. Dafür wird er mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet.

Der Schriftsteller Marcel Beyer wird in diesem Jahr mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Der mit 50.000 Euro
dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Ehrung in Deutschland. Der in Dresden lebende 50 Jahre alte Beyer sei ein Autor, „der das epische Panorama ebenso beherrscht wie die poetische Mikroskopie“, begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt ihre Entscheidung. Die Verleihung des Preises ist am 5. November 2016 in Darmstadt vorgesehen. Der Suhrkamp Verlag gratulierte dem Preisträger.

Beyer sei einer breiten, auch internationalen Öffentlichkeit 1995
bekannt geworden mit seinem Roman „Flughunde“. Darin  erzähle er vom Zweiten Weltkrieg, von der Instrumentalisierung der Sprache durch die Propaganda und von Experimenten mit menschlichen Stimmen. Es folgten die Lyrikbände „Falsches Futter“ (1997) und „Erdkunde“ (2002) sowie die Romane „Spione“ (2000) und „Kaltenburg“ (2008).

Präzise Hingabe für sein Sujet

„Ob Gedicht oder Roman, zeitdiagnostischer Essay oder  Opernlibretto, für Marcel Beyer ist Sprache immer auch Erkundung“, teilte die Akademie weiter mit. „Er widmet sich der Vergegenwärtigung deutscher Vergangenheit mit derselben präzisen Hingabe, mit der er die Welten der Tiere und Pflanzen erforscht.“

Beyer, der in Tailfingen (Baden-Württemberg) geboren wurde, hat für sein Werk bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Uwe-Johnson-Preis, den Oskar-Pastior-Preis und den Kleist-Preis.

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Im vergangenen Jahr war der Büchner-Preis an Rainald Goetz gegangen. Zu der langen Reihe der Geehrten zählen auch Gottfried Benn (1951), Erich Kästner (1957), Heinrich Böll (1967) sowie Hermann Kesten (1974) , Friedrich Dürrenmatt (1986), Felicitas Hoppe (2012) und Sibylle Lewitscharoff (2013) sowie Jürgen Becker (2014)

Der Namensgeber der Auszeichnung, Georg Büchner, war deutscher Revolutionär und Dramatiker („Dantons Tod“, „Woyzeck“). Der wegweisende Autor des 19. Jahrhunderts starb mit nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 im Exil in Zürich an Typhus.

Glosse

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Eine britische Richterin sieht in Boris Becker einen Mann, der den Kopf in den Sand steckt. Dabei ist dieses Verhalten eine typisch menschliche Regung in gefährlichen Situationen. Mehr 12 17

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