Home
http://www.faz.net/-gr6-16ui5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Bibliothek

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab So wird Deutschland dumm

Thilo Sarrazin hat ein antimuslimisches Dossier verfasst. Das Buch erscheint am Montag und will elementare Lebenszusammenhänge auf den Punkt bringen. Der Punkt ist die Allmacht der Genetik.

© Verlag Vergrößern

Ist es eine gute Idee, den Bundesbanker Thilo Sarrazin zum Testfall der Meinungsfreiheit in Deutschland zu machen? Es ist keine gute Idee, weil noch niemand Thilo Sarrazin daran gehindert hat, „kein Blatt vor den Mund zu nehmen“ (Sarrazin). Der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Sozialdemokrat, früherer Berliner Finanzsenator, veröffentlicht seitenlange Interviews und legt nächste Woche unter dem Titel „Deutschland schafft sich ab“ ein dickes Buch zur Rettung unseres Landes vor. Niemand unterbindet dies. Dass Sigmar Gabriel seinem Parteigenossen indirekt den Austritt aus der SPD nahelegte, weil er in seinem Buch rassistisch argumentiere, ist gerade kein Maulkorb. Es ist die Artikulation eines Befremdens über Sarrazins „gewalttätige Aussagen“ (Gabriel), die an die Substanz der Partei rühren. Gabriel inszeniert ja kein Parteiausschlussverfahren, sondern nimmt die Partei vor ihrem Mitglied in Schutz: „Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will - das weiß ich auch nicht.“

Christian Geyer-Hindemith Folgen:  

Sarrazins Marktwert würde schlagartig in den Keller fallen, wenn er selbst aus der SPD austräte oder als Vorstand der Bundesbank zurückträte. Umgekehrt würde sein Marktwert rapide steigen, wenn er aus Bank und Partei herausgeworfen würde. Diesen Gefallen tun ihm weder Bundesbank-Chef Weber, der sich in der Sache ebenfalls scharf distanzierte, noch SPD-Chef Gabriel.

Ein intellektuelles Potential ist nicht erkennbar

Damit steht die Geschäftsgrundlage für Sarrazins Thesenbau. Erstens: Das SPD-Mitglied Sarrazin warnt vor den Ausländern. Zweitens: Der Bundesbanker Sarrazin belehrt unsere Gesellschaft über die genetischen Grundlagen der Intelligenz. Was so viel wie drittens bedeutet: „Eine Person des öffentlichen Lebens bringt elementare Lebenszusammenhänge knapp und klar auf den Punkt“ (Sarrazin). Tatsächlich ist das Elementare bei Sarrazin das Biologische. Kulturell ist bei ihm ein Deckwort für genetisch. Hat man dies begriffen, liest man Sarrazins Sorge um die „kulturelle Identität“, die „kulturelle Substanz“ und den „Volkscharakter“ Deutschlands mit anderen, den richtigen biologischen Augen. Obwohl halb verschwiegen, tritt die These in seinem Buch klar hervor: Die islamische Immigration nach Deutschland muss gestoppt werden - und zwar aus „letztlich“ genetischen Gründen.

Mit anderen Worten: „Wir“ (als ethnisches Pluralsubjekt) werden auf natürliche Weise immer dümmer, weil ausgerechnet die kognitiv minderbemittelten Muslime in unserem Land die meisten Kinder zeugen. „Die kulturelle Fremdheit muslimischer Migranten könnte relativiert werden, wenn diese Migranten ein besonderes qualifikatorisches oder intellektuelles Potential verhießen. Das ist aber nicht erkennbar. Anzeichen gibt es eher für das Gegenteil, und es ist keineswegs ausgemacht, dass dies ausschließlich an der durchweg bildungsfernen Herkunft liegt. So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen - bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten - eine erhebliche Rolle und sorgen für einen überdurchschnittlich hohen Anteil an verschiedenen Erbkrankheiten.“

1 | 2 | 3 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Selbständigkeit Migranten gründen öfter Betriebe

Nicht nur, dass Migranten oft Betriebe gründen. Wie eine Studie der KfW herausgefunden hat, haben 42 Prozent der Gründer mit Migrationshintergrund Mitarbeiter. Das ist überdurchschnittlich viel. Mehr

22.08.2014, 10:48 Uhr | Wirtschaft
Islamophobie und Antisemitismus Die neuen alten Juden

Warum „Islamophobie“ in Europa nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden kann. Weder im Wesen noch im Ausmaß. Ein Gastbeitrag. Mehr

29.08.2014, 12:13 Uhr | Gesellschaft
Aufklärung über Diabetes Alles auf Zucker

In Deutschland ist die Zahl der diagnostizierten Diabetes-Fälle unter Migranten innerhalb der letzten Jahre stark angestiegen. Nun soll ein „Beratungsmobil“ Menschen mit Migrationshintergrund über die Krankheit aufklären. Mehr

28.08.2014, 19:22 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.08.2010, 17:26 Uhr