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: Schrecklich, diese vielen Bürodesaster!

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Fast scheint es, als habe Richard Hamiltons berühmte Collage mit dem Titel "Just What Is It That Makes Today's Homes So Different, So Appealing?", mit der 1956 der Brit-Pop begann, auch im Design Wirkung gezeigt. Denn wer sich das "Projekt Vitra" in all seinen Verästelungen vor Augen führt, der wird ...

          Fast scheint es, als habe Richard Hamiltons berühmte Collage mit dem Titel "Just What Is It That Makes Today's Homes So Different, So Appealing?", mit der 1956 der Brit-Pop begann, auch im Design Wirkung gezeigt. Denn wer sich das "Projekt Vitra" in all seinen Verästelungen vor Augen führt, der wird den Eindruck nicht los, dass keine andere Firma der Möbelbranche seit Ende der fünfziger Jahre derart konsequent der Frage nachgegangen ist, was unser Zuhause so anders, so anziehend gemacht hat.

          "Projekt Vitra" ist die Selbstdarstellung einer erfolgreichen Firma. Und doch ist der Band mit seinen klugen Texten, mit all den Produkten, historischen und aktuellen Fotografien und Dokumenten mehr als nur eine Unternehmensgeschichte. Mal taucht man ein in die Geschichte des Nachkriegsdesigns, mal erfährt man, was avancierte Architektur für Image und Identität zu leisten vermag; mal dreht sich alles um den Wandel der Arbeitswelt, mal um die Besonderheiten industrieller Gestaltungsprozesse. Oder man wird Zeuge, wie regionale Verwurzelung und unternehmerisches Handeln eine eigene Industriekultur hervorbringen und wie aus sehr persönlichen Beziehungen globale Netzwerke entstehen.

          Ob Sitzlandschaften mit einem Schuss Pop-Art gewürzt sind, Tische mit einem Mal minimalistisch zurückhaltend daherkommen oder die Bürowelten von heute analysiert werden - vieles an diesem Buch ist anders, weil vieles in dem Unternehmen Vitra anders ist.

          Schon im ersten Satz des einleitenden Textes von Rolf Fehlbaum, dem spiritus rector des Ganzen, ist alles gesagt, freilich derart verdichtet, dass es seiner Entfaltung auf rund vierhundert Seiten bedarf: "Das Projekt Vitra begann 1957 in Basel und Weil am Rhein mit der Produktion der Möbel von Charles & Ray Eames und von George Nelson durch die Gründer des Unternehmens, Willi und Erika Fehlbaum. Noch heute produzieren wir diese Möbel als unsere Klassiker, und nach wie vor sind wir in der Metropolitanregion Basel zu Hause. Vieles jedoch ist über die Jahre hinzugekommen."

          Fakt ist: Ohne die Begegnung mit Charles und Ray Eames wäre Vitra nicht Vitra. Und so wird noch heute, wenn weitreichende Entscheidungen getroffen werden, gern die Frage gestellt: Was würde Charles sagen? Nur der Designer George Nelson, von dem Fehlbaum sagt, keiner habe so klug über Design gesprochen und so gut über Design geschrieben wie er, hatte einen ähnlich großen Einfluss auf die Entwicklung der Firma. So ist es bis heute die Mischung aus Pioniergeist, Forschungsinteresse und Verbissenheit geblieben, die Vitra so erfolgreich macht. "Love investigations" hat Charles Eames das Zusammenspiel von Hingabe und Leidenschaft genannt, das offenbar nicht nur zu gutem Design, sondern auch zu dessen erfolgreicher Produktion führt.

          Schon die Fabrik in Weil ist keine gewöhnliche Fabrik, sondern ein Architekturcampus erster Güte, auf dem sich Architektur, Kunst, Design und Industriekultur auf weltweit einzigartige Weise verbinden. Der Neuaufbau des Werksgeländes begann nach einem Brand 1981. Orientierten sich die ersten Hallen von Nicholas Grimshaw noch an angelsächsischem Hightech, so hielt mit dem Dynamismus von Frank Gehrys "Vitra Design Museum", mit Zaha Hadids suprematistischem Feuerwehrhaus, dem Minimalismus von Tadao Andos Konferenzpavillon und einer Produktionshalle von Alvaro Siza schon bald architektonischer Entdeckergeist Einzug.

          Fehlbaum hatte einen guten Riecher. Man war Vorreiter: Die Feuerwache war Zaha Hadids erster realisierter Bau überhaupt, die Gebäude Gehrys und Andos deren erste in Europa. Seinen krönenden Abschluss soll das Ensemble im kommenden Jahr finden, wenn das spielerisch aus übereinander gestapelten Giebelhäusern gebildete Vitra-Haus von Herzog & de Meuron und die kreisrunde Fabrikhalle für den Vitra-Shop des japanischen Duos SANAA eingeweiht werden.

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