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: Sag's auf elbisch

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Elbisch ist die Sprache des Elbenvolks in „Der Herr der Ringe“. Abgesehen von der passenden Grammatik und Schrift hat Tolkien die Kunstsprache mit einer besonderen Wort-Schönheit ausgestattet.

          "A laita te, laita te! Andave laituvalmet! Cormacolindor, a laita táriënna!" Na, was heißt das wohl? Keine Ahnung? Klingt irgendwie griechisch? Falsch geraten, das ist Elbisch. Dabei handelt es sich nicht um einen norddeutschen Dialekt, den man vornehmlich an den Ufern der Elbe zu sprechen pflegt. "Elbisch" ist die Sprache des Elfenvolks, das in Mittelerde lebt, grüne Strumpfhosen trägt, spitze Ohren hat und unsterblich ist.

          Nach dieser Klarstellung kann man sich dem eigentlichen Sinn der drei Sätze zuwenden. Auch wenn die Bedeutung zunächst unverständlich bleibt, kann der aufmerksame Leser anhand der drei Ausrufungszeichen feststellen, daß es sich um Aufforderungen oder Befehle handelt. Auffällig ist auch das Wort "laita", welches in verschiedenen Formen in jedem der drei Sätze vorkommt und das Verbum bildet. "Laita" ist das elbische Wort für "lobpreisen", und wer hier gelobt wird, wurde bereits gestern Nacht mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt üppig geehrt - die Herren der Ringe. "O preiset sie, preiset sie! Lang laßt uns sie preisen! Die Ringträger, preiset sie aufs höchste!" Elf Oscars waren in jedem Fall eine verdiente Lobpreisung (elbisch: "laitale") für Peter Jacksons Film.

          Komplimente, die nur Eine versteht

          Ein Lob für J. R. R. Tolkiens Sprachgenie indes ist sicherlich auch Helmut W. Peschs akribische Sprachanalyse, die auf jede Nuance des Originaltexts eingeht und so nicht nur die Sprachstruktur des "Elbischen" offenlegt, sondern auch alle Vokabeln zusammenstellt. Die Begeisterung für Tolkiens Bücher ist dem Autor dabei deutlich anzumerken. Die Kunstsprache Tolkiens, so Pesch, zeichne sich in erster Linie durch ihre Schönheit aus: "eine Schönheit, die weit hinausgeht über den lautlichen Klang und auch aus ihrer Struktur und den vielfältigen Beziehungen ihrer Formen lebt". Aber welchen Nutzen hat die Analyse einer fiktiven Sprache überhaupt? Nun, jetzt kann man der bezaubernden Liv Tyler, die die Elfin Arwen spielt, wenigstens Komplimente machen, die niemand außer ihr versteht. (Helmut W. Pesch: "Elbisch". Grammatik, Schrift und Wörterbuch der Elben-Sprache von J. R. R. Tolkien. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2003. 510 S., br., 8,- [Euro].)

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