Home
http://www.faz.net/-gr6-vekf
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Produkte der Zukunft Gehirnchips und Autos mit Ohren

03.10.2007 ·  Künstliche Muskeln, Viren gegen Krebs oder Wärmedämmung im Eisbär-Look: Den Nobelpreisträger Theodor Hänsch reizt alles, was das Leben erleichtern, verbessern oder verschönern könnte. Aus seinem Buch „100 Produkte der Zukunft“ stellt FAZ.NET acht Beispiele vor.

Von Bettina Weiguny
Artikel Bilder (8) Lesermeinungen (1)

Der Physiker Theodor Hänsch ist Nobelpreisträger, Hochschullehrer, Direktor und Unternehmer. Am liebsten aber, so hebt er hervor, ist er „Erfinder“. Ihn reizt alles, was das Leben erleichtern, verbessern oder verschönern könnte. Ein Überwachungshandy für Herzkranke beispielsweise, kompostierbare Windeln oder kratzfeste Auto- und Möbellacke.

Und weil derzeit eine Innovationswelle durch die deutsche Wirtschaft läuft, die breite Öffentlichkeit davon aber wenig mitbekommt, hat Hänsch zusammen mit anderen Wissenschaftlern in einem Buch „100 Produkte der Zukunft“ zusammengetragen, die das Zeug dazu haben, „unser Leben zu verändern“.

„Schrittmacher der Zukunft“

Nach Jahren leerer Kassen stecken Unternehmen erstmals wieder mehr Geld in Forschung und Entwicklung. Überall bilden sich Zentren aus Wissenschaft und Industrie, die verhindern sollen, was beim MP3-Player ausgiebig beklagt wurde: Deutsche Wissenschaftler entwickeln, das Geld verdienen andere, Unternehmen in Amerika oder Asien.

Deutsche Wissenschaftler müssten lernen, sich international durchzusetzen und vor allem unternehmerisch zu denken, fordert Nobelpreisträger Hänsch. Dass es in vielen Bereichen - von Medizin, Gesundheit, Energietechnik bis zu Architektur, Verkehr und innerer Sicherheit - erfinderisches Potential gibt, dokumentiert sein Buch, aus dem FAZ.NET acht Produkte vorstellt.

Noch gibt es die meisten dieser „Schrittmacher der Zukunft“ nicht, und der Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching bürgt auch nicht dafür, dass sie je auf den Markt kommen oder gar ein Erfolg werden. Aber Hänsch hofft es. „Ohne Gewähr, aber mit gutem Gewissen“ präsentiert er die Auswahl, die einen Querschnitt durch die deutsche Forschungslandschaft zeigt. Hänschs Frequenzkamm, für den er 2005 den Nobelpreis erhielt, findet sich natürlich auch darunter.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.09.2007, Nr. 39 / Seite 44
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen