Für den Tisch Zu Mars, Jupiter und darüber hinaus, davon handelt das letzte Kapitel des Bildbandes "Die siebzig großen Reisen der Menschheit". Es führt den Leser mit der ersten und der zweiten Voyager-Raumsonde weit, weit weg von zu Hause - und läßt im Titel sacht "Jupiter und dahinter die Unendlichkeit" anklingen, jenes letzte Kapitel aus Stanley Kubricks Weltraum-Odyssee "2001". Die in der Urzeit begann und in der Zukunft endet, bei hypnotischen Traumbildern, die der oben abgebildeten Panorama-Aufnahme vom "Husband Hill" auf dem Mars von 2005 nicht unähnlich sind. Und auch dieser Bildband beginnt früh, mit den ersten Reisen vor 100 000 Jahren, als Jäger und Sammler aus der Sahara ins Niltal aufbrachen und von dort tiefer nach Südwestasien.
Daß es immer weiter geht, trieb die Menschen seit jeher auf ihren Reisen an, und so ist es heute, wo alle Ecken der Erde abgereist sind, nach Kolumbus und Cook, Mungo Park, Lewis und Clark, Humboldt, Livingstone und Shackleton, trostreich zu wissen, daß es immerhin noch das Weltall gibt. Irgendwann nämlich gingen den Menschen die Orte aus, an denen sie noch nicht gewesen waren, und da brach das Zeitalter der Mutprobe an: "Thor Heyerdahl segelte mit einem Floß aus Balsaholz von Südamerika nach Polynesien, nur um zu zeigen, daß es möglich war."
Wie bei den Extrembergsteigern und Einhandseglern und Ballonfliegern bleibt da ein Rest von Zweifel, wem mit diesen Expeditionen eigentlich gedient ist. Aber dafür liest man zu gern davon, es gruselt einen - wie die Vorstellung, daß es auch nach dem Jupiter nicht zu Ende ist. Und zwar niemals. Der kommerzielle Weltraumtourismus hat gerade erst begonnen.
tob
Robin Hanbury-Tenison (Hg.): "Die siebzig großen Reisen der Menschheit". Frederking und Thaler, 304 Seiten, 29,90 Euro