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: Na ja, Männer, zu kleines Gehirn

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Martin van Creveld ist ein begnadeter Kriegshistoriker. Daß es ihm selbst gelingen würde, einen Krieg zu entfesseln, durfte man dennoch nicht erwarten. Daß es sich dabei um einen Geschlechterkrieg handelt, noch weniger. Am befremdlichsten indes ist, mit welchen Mitteln Creveld Krieg führt.Sein ...

          Martin van Creveld ist ein begnadeter Kriegshistoriker. Daß es ihm selbst gelingen würde, einen Krieg zu entfesseln, durfte man dennoch nicht erwarten. Daß es sich dabei um einen Geschlechterkrieg handelt, noch weniger. Am befremdlichsten indes ist, mit welchen Mitteln Creveld Krieg führt.

          Sein neues Buch "Das bevorzugte Geschlecht" paßt perfekt in die derzeit hochkochende Debatte um den wachsenden politischen und kulturellen Einfluß von Frauen. Glaubt man Creveld, dann ist diese Diskussion unvermeidlich, denn er erkennt sie als Generationenphänomen: "Ich bin 1946 geboren worden und in eine Welt hineingewachsen, in der sich alles um das Märchen von der Unterdrückung der Frau drehte." Ist der intellektuelle Waffengang gegen das weibliche Geschlecht, den Creveld antritt, also Ausdruck einer ansonsten unbefriedigten martialischen Sehnsucht der Nachkriegsgeneration? Vermutlich würde der in Jerusalem lehrende Historiker das nicht einmal bestreiten, denn als Mann gehört er dem aktiven Geschlecht an, das qua größerer Muskel- und geringerer Fettmasse zu Jagd und Kriegsführung prädestiniert ist. Was also tun in der Moderne?

          Anthropologische Forschung ist die Basis für Crevelds Argumentation. Daß er die Existenz von matriarchalischen Gesellschaften in der Menschheitsgeschichte abstreitet, kann man hinnehmen - in der Tat gibt es keine sicheren Beweise dafür. Daß Frauen von Männern traditionell beschützt werden, damit jene wiederum in der unvergleichlich langen Phase, die menschlicher Nachwuchs zum Heranreifen braucht, diesen behüten kann, ist unumstritten. Was Creveld indes stört, ist, daß Frauen unter Beibehaltung dieser anthropologischen Konstante auf Gleichberechtigung beharren - mit anderen (Crevelds) Worten: alle Vorzüge behalten und alle Nachteile beseitigt sehen wollen.

          Das kann man nun gewiß niemandem übelnehmen, denn auch dieses Ansinnen darf man wohl getrost als anthropologische Konstante bezeichnen. Crevelds Vorwurf aber ist, daß sich dadurch die soziale Waagschale immer mehr zuungunsten der Männer neigt. Denn angesichts des zunehmenden Durchschnittsalters von Frauen (nachdem noch bis in die frühe Neuzeit hinein Männer im Schnitt ein signifikant höheres Alter erreichten) bei gleichbleibend früherem Ruhestand und diversen Sonderregelungen während der Erwerbstätigkeit und - nicht zu vergessen! - der Befreiung von Wehr- und Ersatzdiensten fragt sich Creveld, ob es der Privilegien nicht langsam genug seien. Und jeder Mensch, der sich das nicht fragt, ist in seinen Augen entweder selbst eine Frau oder längst gefangen in den bestrickenden Netzen feministischer Ideologie.

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