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: Mit Gemsenfreche

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Unterwegssein als Glücksmoment: Goethe schätzte dieses Prinzip wie kaum einer seiner Zeitgenossen. Ob zu Fuß oder zu Pferd, in Kutschen, Postwagen oder auf Schiffen, ständig war er auf Achse. Exotische Weiten wie Chamisso, Forster oder Alexander von Humboldt erreichte er zwar nie, auch Modeziele wie Paris und London ließ er aus, und Berlin mied er mit einer einzigen Ausnahme.

          Unterwegssein als Glücksmoment: Goethe schätzte dieses Prinzip wie kaum einer seiner Zeitgenossen. Ob zu Fuß oder zu Pferd, in Kutschen, Postwagen oder auf Schiffen, ständig war er auf Achse. Exotische Weiten wie Chamisso, Forster oder Alexander von Humboldt erreichte er zwar nie, auch Modeziele wie Paris und London ließ er aus, und Berlin mied er mit einer einzigen Ausnahme. Gründlich bereiste er dafür die Schweiz, Italien und die Bäder Böhmens. Im Elsass, in Lothringen sowie im Kriegsgebiet der Champagne kannte er sich ebenfalls bestens aus. Besonders abenteuerlich ging es bei der Kanonade von Valmy, auf der stürmischen See von Sizilien nach Neapel und auf dem Krater des brodelnden Vesuv zu. Da konnte der Geheimrat seine "Gemsenfreche" beweisen, die sein Bergbegleiter Riemer so bewunderte. Arnd Rühles "Alphabet" von 89 ausgewählten und jeweils hübsch eingeleiteten Textpassagen porträtieren den Homo viator Goethe, der viele Orte auch im Bild festhielt. Frankfurt und Weimar sind dabei, denn Goethe entdeckte das Weite und Unendliche oft im Nahen und Vertrauten. (Arnd Rühle: "Mit Goethe reisen. Goethes Orte". Ein Alphabet des Reiselebens. Mit Zeichnungen von Johann Wolfgang Goethe, Insel Verlag, Frankfurt a. M. und Leipzig 2009. 295 S., br., 10,- [Euro]) kos

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2009, Nr. 13 / Seite 34

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