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Hanna Rosin: Das Ende der Männer : Über Männer und Frauen lässt sich trefflich empiriefrei reden

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Bild: Berlin Verlag

Dumm wird man nicht geboren, für dumm wird man verkauft: Hanna Rosin ist verwirrt von den Debatten über die Ungleichheit der Geschlechter und setzt auf Krawall

          Die Lust an der Frage, inwiefern Geschlecht ein soziales Konstrukt ist, brachte manchen Fortschritt, hat aber auch eine ganz schwarze Rückseite. Denn Jahrzehnte später verplempern ganze Generationen ihre Jugend mit dem Studium der sogenannten „gender studies“, in denen es siebzehn kategorisierte Geschlechter gibt, aber niemand die Klosterstudie kennt. Sucht man im Internet nach „Judith Butler“ und „cloister-study“, so erhält man nämlich auch im Januar 2013 sagenhafte null Treffer. Das ist ungefähr so, als würde Physik als Friedensforschung gelten und Forscher, die man nach Hiroshima und Nagasaki fragte, mit den Schultern zuckten, ob es sich vielleicht um Reisgerichte im Schnellimbiss handelt. Keine akademische Disziplin hat je einen solchen Offenbarungseid geleistet wie die „gender studies“.

          Dabei muss man nicht einmal unbedingt darauf verweisen, dass praktisch die größte Verirrung nicht gescheut wurde: In ihrem Buch „Der kleine Unterschied“ führte Alice Schwarzer einst ausgerechnet David Reimer als Beleg der Beauvoirschen These an, als Frau werde man nicht geboren, zur Frau werde man gemacht. Sie stellte die Frauenbewegung damit auf eine Lüge, denn tatsächlich war der junge Mann, dessen Beschneidung verunglückt war und den man daraufhin komplett kastrierte und als Mädchen erzog, längst in Depressionen versunken. Die Verheimlichung seines wahren Geschlechtes vor ihm selbst misslang, er tötete sich später.

          Am Mitgefühl sind die Hormone schuld

          Schwarzer focht das nicht an, sie sprang Ende der neunziger Jahre auf die genetische Pseudotheorie an, der Mann sei ein Mängelwesen. Schuld daran: das Y-Chromosom. Den vorläufigen Höhepunkt dieser sexistischen Kampagne bildete ein „Spiegel“-Titel im Jahr 2003 mit der Überschrift: „Eine Krankheit namens Mann“.

          Pikanterweise führte man als Beweis die kürzere Lebenserwartung von Männern an. Die Klosterstudie von Marc Luy war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon zehn Jahre alt. Sie besagt, dass die Unterschiede der Lebenserwartung von Männern und Frauen bei gleicher Lebensweise fast verschwinden. Im real existierenden sozialen System der Bundesrepublik Deutschland verdoppelte sich die Differenz dagegen, obwohl sie schon bei Kriegsende dreimal so hoch war wie im Kloster.

          Hanna Rosins Buch „Das Ende der Männer“ fügt sich nahtlos in die Tradition des unguten Diskurses ein, in dem Interessen indirekt formuliert werden und Wahrheiten gar nicht mehr. Hanna Rosin ist als beinharte Ideologin bekannt, die Stillen unanständig findet und für das Mitgefühl während der Beschneidung ihrer Söhne das Stillhormon verantwortlich macht.

          Frauen verdienen mehr als Männer

          In der Einleitung zu ihrem Buch schreibt sie: „Persönlichkeitstests zeigen seit Jahrzehnten, dass der Mann Neuland nur mit Trippelschritten betritt, während die Frau regelrecht hineinrast.“ Wie Schuppen fällt es dem Leser denn auch von den Augen, dass das ferne Ende des Atlantiks, den Südpol, den Nordpol und den Mond zuerst Frauen betraten. Sie entdeckten die Elektrodynamik, infizierten sich mit Kuhpocken, um zu beweisen, dass man sich impfen kann. Der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war, man muss es kaum erwähnen: eine Frau.

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