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Bestseller : „Feuerherz“: Verlag widerruft Aussagen

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Fehlerhafte Autobiographie: Senait Mehari Bild: AP

Im Streit um den Kindersoldaten-Bestseller „Feuerherz“ von Senait Mehari hat der Verlag Aussagen über eine Betroffene widerrufen. Die in dem Buch als brutale Kommandantin dargestellte Frau habe weder ein Ausbildungslager für Kindersoldaten in Eritrea geführt noch Kinder hinrichten lassen.

          Im Streit um den Wahrheitsgehalt des Kindersoldaten-Bestsellers „Feuerherz“ von Senait Mehari hat der Droemer-Knaur-Verlag Aussagen über eine Betroffene widerrufen. Die in dem Buch als brutale Kommandantin dargestellte Frau habe weder ein Ausbildungslager für Kindersoldaten in Eritrea geführt noch Kinder hinrichten lassen, teilte der Verlag am Freitag in München mit. Vielmehr sei sie eine 12-jährige Schülerin gewesen. Mit der Betroffenen habe man sich außergerichtlich geeinigt. Es handele sich um einen bedauerlichen Fehler. Der Verlag werde eine Entschädigung zahlen.

          Das Buch, das laut Verlag 450.000 Mal verkauft wurde, ist die Autobiographie der aus Eritrea stammenden Sängerin Senait Mehari. Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass sich mehrere Gerichte mit dem Wahrheitsgehalt beschäftigen würden. Eine Klage war unter anderem am Hamburger Landgericht eingegangen. Das Buch inspirierte Luigi Falorni zu dem Film „Feuerherz“, der als deutscher Beitrag im Wettbewerb der Berlinale lief. Mehari hatte bereits im vergangenen Jahr, als Zweifel an ihrer Darstellung aufgekommen waren, klargestellt, dass ihre Bezeichnung als „Kindersoldatin“ eine Erfindung der Medien gewesen sei.

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