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„Was Flauschiges!“ von Namako Takagi und Usa : Darf ich? Klar!

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Bild: Residenz Verlag

Was aus herausgeputzten Haaren noch alles werden kann: In einem japanischen Bilderbuch helfen flauschige Kaninchen Tieren ohne Fell. Und kleinen Kindern beim Einschlafen.

          Es gibt diese Fühlbücher für die ganz Kleinen. Darin sind verschiedene Stoffe und Papiere eingearbeitet. Durch Tasten können die Kinder herausfinden, wie sich ein glänzender Fisch, das wehende Segel eines Bootes oder das dichte Fell eines Bären anfühlt. Was Glattes, was Knisterndes oder was Flauschiges.

          Der Tastsinn bleibt natürlich wichtig, auch wenn die Kinder älter werden. Doch mit zunehmendem Alter wissen sie bereits beim Betrachten oder beim Hören, wie sich die Dinge anfühlen, und müssen sie nicht mehr unbedingt selbst in die Hand oder in den Mund nehmen. Das hat Konsequenzen auch für die rezipierten Werke: Während die Fühlbücher für Babys meist ohne nennenswerte Handlung auskommen, freuen sich größere Kinder, wenn sie zu Bildern eine Geschichte erzählt bekommen. Idealerweise werden dabei allein vom Zuhören und Betrachten Gefühle, Gerüche und Geschmackseindrücke lebendig.

          Auch so lässt sich helfen

          Das Bilderbuch „Was Flauschiges!“ der Japanerinnen Namako Takagi und Usa ist dezidiert kein Fühlbuch. Und doch hinterlassen Text und Bilder eine Art flauschiges Gefühl. Ein Kaninchen putzt sich. Mit dem „Flausch-Wölkchen“, das sich dabei aus dem Fell löst, macht sich eine kleine Eidechse ein „flauschig weiches Bett“. Im weiteren Verlauf der Geschichte decken sich auch eine Schlange, ein Gürteltier und eine Schildkröte mit solchen Flausch-Wölkchen ein. Um den Bedarf dieser größeren Tiere zu befriedigen, sind allerdings immer mehr Kaninchen nötig. Da die felllosen Tiere höflich und die Kaninchen angesichts ihrer überschüssigen Haare großzügig sind, wiederholt sich immer derselbe kleine Dialog.

          Als sich schließlich ein Elefant mit schweren Schritten nähert - „Bumm! Bumm! Bumm!“ -, rücken die Kaninchen zunächst ängstlich aneinander. Winzig klein schauen sie zu dem großen Tier auf, das sich traurig auf den Po fallen lässt, weil die Kaninchen nicht genug Flauschhaare produzieren, um seinen riesigen Körper zu bedecken. Zum Glück haben die Kaninchen jedoch eine gute Idee, wie sie dem traurigen Elefanten helfen können.

          Mit der Wiederholung desselben Dialogs erreicht Autorin Namako Takagi, dass die Kinder schon bald in die Geschichte einsteigen und auf die Frage „Darf ich ...?“ gemeinsam mit den Kaninchen „Klar!“ antworten können. Vielleicht lernen sie dabei, dass andere sich manchmal freuen, wenn man etwas abgibt, was man ohnehin nicht mehr benötigt. Viel wichtiger allerdings wäre die Erkenntnis, dass und wie man auch dann helfen kann, wenn man nicht aus dem Überfluss schöpft.

          Seine wohlige Wirkung

          Erfreulicherweise verzichtet die Illustratorin Usa darauf, die Geschichte, in der so viel von „Flauschigem“ und von „Wölkchen“ die Rede ist, allzu niedlich zu bebildern. Die Kaninchen wirken zwar ganz putzig mit ihren kurzen Vorderläufen; die weiche Beschaffenheit ihres Fells, von der im Text genug die Rede ist, wird jedoch in den Bildern nicht noch einmal besonders betont.

          Usa spielt vor allem mit den Größenverhältnissen, so dass die Kaninchen neben der Schlange riesig erscheinen, vor dem Elefanten jedoch ganz besonders winzig. Abgesehen von ein paar Grashalmen hier und da, ist keine Landschaft zu sehen, die von den Protagonisten ablenkt. So kann neben den Tieren selbst der in vielen verschiedenen Pastelltönen strahlende Hintergrund seine wohlige Wirkung entfalten.

          Und wenn diese Pastelltöne auf der letzten Seite des stimmungsvollen Bilderbuchs von einem dunklen Blau und einem erdigen Braun abgelöst werden, ist aus der wunderbar einfach-leichten Geschichte von Kaninchen und Flausch-Wölkchen eine schöne Gute-Nacht-Geschichte geworden.

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