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Timo Parvelas siebter „Ella“-Band : Der Lehrer fehlt uns sehr

  • -Aktualisiert am

Bild: Hanser

Paavo ist nicht nur neu in der Klasse im siebten Band der „Ella“-Geschichten von Timo Parvela, er behauptet auch noch, sein Vater wäre ein berühmter Filmregisseur. Das wollen die Kinder erst mal sehen.

          Die spinnen, die Finnen. Das wäre, nach mittlerweile sieben Lieferungen von „Ella“, eine inhaltlich durchaus korrekte Zusammenfassung der heiter-absurden Geschehnisse in Timo Parvelas Kinderbuchkosmos. Ella und ihre Klasse sind gewissermaßen die nordische Verwandtschaft vom kleinen Nick und seinen Freunden, deren großer Charme ebenfalls in ihrer unfreiwilligen Komik liegt. Ella und ihre Clique sind eine Kraft, die stets Gutes will und dabei Chaos schafft; der Leidtragende ist vor allem der Lehrer. Doch Parvelas Humor hat nichts Schadenfrohes, sondern seine trockenen Schilderungen entwickeln ihren Witz allein im Kopf des Lesers, der eins und eins zusammenzählen kann (anders als ein Großteil der Klasse).

          Ella ist wie immer in der zweiten Klasse, zusammen mit Tiina, Hanna, Mika, Pekka, dem Klassendödel, dem Schlaumeier Timo und dem Rambo. Der Neuzugang heißt Paavo, und der ist so ausgeschlafen, dass er in allem der Erste und Beste sein will. Paavo ist also eine ziemliche Nervensäge. Und dann behauptet er auch noch, dass sein Papa ein berühmter Filmregisseur ist. Doch da spielt Timo nicht mit, der die Regisseurgeschichte nicht glaubt und mit Paavo wettet, dass der sich seinen tollen Vater nur ausgedacht hat. Der Einsatz ist das Kostbarste, was die Kinder einander zu bieten haben, nämlich ein Platz auf dem Felsen, wo die Klasse ihre Pläne ausheckt. Paavo willigt ein, und so macht sich die Truppe auf den Weg in die Stadt.

          Weniger zu tun für die Lachmuskeln der Leser

          Schon die Reise im Zug mit Pekkas Vater, der vor lauter Chaos am Ticketschalter vergisst, auch für sich selbst eines zu lösen, ist ein typisches Ella-Abenteuer: Erst wird dem Schaffner weisgemacht, dass Pekkas Vater ein Kind sei, dann werden Pekka und Mika als siamesische Zwillinge ausgegeben, die darum trotz zwei Köpfen und vier Füßen nur eine Fahrkarte brauchen. Gerade als die Mitreisenden glauben, die Notbremse ziehen und einen Psychiater aufsuchen zu müssen, ist die Fahrt vorbei. Für Ella und ihre Kameraden geht es erst richtig los, denn plötzlich ist Paavo verschwunden, ein Kinderchor namens Purzelbaum singt aus einem Heißluftballon herab und die einzige Spur sind die Vatertagskarten, die Paavo gebastelt hat - das Fest findet in Finnland am zweiten Sonntag im November statt. So hangelt sich die Gruppe vom Kaufhaus zum Eishockeystadion und schließlich bis in ein Fernsehstudio, um Paavo wiederzufinden.

          Dass diese Ausgabe von „Ella“ nicht an die Vorgänger heranreicht, liegt an einer Lücke: Der Lehrer, die beste und lustigste Figur von Parvelas Ensemble, fehlt diesmal fast ganz. Da die Klasse nicht an dessen ohnehin schon hauchdünnen Nerven zerren kann, haben auch die Lachmuskeln der Leser wenig zu tun.

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