Wie wird man zum Attentäter? Martin Schäuble erzählt die Lebensläufe zweier Jugendlicher: Der eine von ihnen ist Deutscher, wächst im Wohlstand auf, sucht den Sinn seines Lebens und findet ihn unter Islamisten. Bevor der später als „Sauerlandbomber“ bekannte junge Mann den geplanten Anschlag ausführen kann, wird er gefasst. Der andere wächst in Nablus auf und wird am Ende ein Selbstmordattentat in Jerusalem verüben, bei dem sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt werden.
Schäuble stellt diese Lebensläufe einander gegenüber, erzählt sie jeweils Station für Station ineinander verschränkt, ohne der Versuchung einer forcierten Parallelisierung zu erliegen. Aber er lenkt in beiden Fällen den Blick auf das Elternhaus und das Umfeld, in dem sich die Jugendlichen bewegen. Und weil Schäuble seine Arbeit ernst genommen hat und viele Stimmen gesammelt hat, sind es diese Details, die das Buch zu einer nicht nur fesselnden, sondern auch erhellenden Lektüre machen.