Home
http://www.faz.net/-gr5-15ymk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Sachbücher des Jahres

Kveta Pacovskás Bilderbuchklassiker „Eins, fünf, viele“ Auf dieses Nilpferd kann man zählen

Wie man mit allen Sinnen rechnen kann, führt die große Illustratorin Kveta Pacovská vor: Ihr Klassiker „Eins, fünf, viele“ liegt endlich in einer neuen Prachtausgabe vor.

© Michael Neugebauer Edition Vergrößern

Dieses Buch hat mehr Jahre auf dem Buckel, als man mit ihm zählen lernen kann. Denn das Buch geht bis zehn, aber es erschien bereits vor zwanzig Jahren zum ersten Mal, damals noch bei Ravensburger. „Eins, fünf, viele“ heißt es, und es gewann damals sofort den Deutschen Jugendliteraturpreis. Und dass seine Autorin, die Tschechin Kveta Pacov-ská, 1992 die wichtigste Kinderbuchauszeichnung der Welt, den dänischen Hans-Christian-Andersen-Preis, erhielt, ist auch maßgeblich diesem Meisterwerk zu verdanken. Was für eine Schande also, dass das Buch so lange vergriffen war.

Andreas Platthaus Folgen:    

Aber nun ist es wieder da, und das noch schöner als zuvor. Die verbilligten Drucktechniken in Fernost haben eine Ausstattung ermöglicht, die dieses Juwel funkeln lässt, als wäre es ganz neu geschliffen worden. Hochglänzend sind die unterschiedlich dicken, oft auch gefalteten Seiten, auf denen ein Nilpferd als Identifikationsfigur für die kleinen Leser einen Vogel trifft, der ihm die Zahlen beibringt. Dieser Vogel ist aber auch ein Clown, wenn er seinen Körper in solch groteske Formen zwingt, dass er selbst die Zahlen darstellt. Unter diesen Verrenkungen sind kleine, in Blindprägung ausgeführte bunte Punkte abgedruckt – immer so viele, wie die Zahl bezeichnet. Man kann sie betasten, um das Zählen auch zu spüren. Dieses Buch ist ein veritabler Handschmeichler.

Man muss nicht bis einundachtzig zählen, um dieses Buch zu lieben

Kveta Pacovská ist schon ziemlich alt, einundachtzig. Bis dahin muss man aber nicht zählen lernen, um ihr Buch zu lieben. Die Illustratorin hat ein ewig junges Werk geschaffen, das mit allem spielt, was Zahlen sein können: Würfelpunkte, Wörter, Symbole, Finger, Menschengruppen und noch mehr. Und das Buch spielt auch mit allem, was Bücher sein können: Es gibt aufklappbare Fenster, ausgestanzte Flächen in Zahlenform, die – je nachdem, ob man vor- oder zurückblättert – mit kleinen Tricks das Zählen lehren; es gibt aber auch aufklappbare Köpfe, die den Bauch einer personifizierten Acht füllen, und wenn man die Köpfe öffnet, dann verbirgt sich hinter jedem eine andere Zahl: von 1 bis 8.

So lernt man kinderleicht, weil die Entdeckerfreude antreibt. Ein Jammer, dass es nicht einen zweiten Band gibt, der uns bis zur Zwanzig vorantreibt.

Kveta Pacovská: „Eins, fünf, viele“. Michael Neugebauer Edition, Bargteheide 2010. 26 S., geb., 19,95 €. Ab 3 J.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Adobe, Spotify & Co. Lieber mieten als kaufen

Adobe bestätigt mit seinem Photoshop den Trend zum Software-Abo: Immer mehr Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr, um Programme zu mieten. Mehr

12.12.2014, 11:48 Uhr | Wirtschaft
Hauskäufer lässt sich Katze 140.000 Dollar kosten

Dass ihre Katze Tiffany bei der Versteigerung ihres Hauses mal das Zünglein an der Waage sein würde, hätten die Besitzer dieses Eigenheims im australischen Melbourne wohl nicht gedacht. Die geforderten rund zwei Millionen Australische Dollar wollte für die Immobilie mit fünf Schlafzimmern zunächst niemand zahlen. Erst als Tiffany noch oben drauf gelegt wurde, schlug ein Interessent zu - und bot sogar noch 140.000 Dollar mehr. Mehr

14.10.2014, 10:57 Uhr | Gesellschaft
Internationaler Vergleich Viele Abiturienten, weniger Bildung

Hohe Abiturientenquoten sind kein Zeichen höherer Bildung, ganz im Gegenteil. Empirische Studien belegen, dass die allgemeine Hochschulreife keineswegs die höchsten Kompetenzstufen erwarten lässt. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Rainer Bölling

04.12.2014, 14:15 Uhr | Politik
Karstadtkrise hausgemacht

Während Karstadt gegen die Pleite kämpft, schreibt Konkurrent Kaufhof schwarze Zahlen. Offensichtlich gibt es keine generelle Warenhauskrise, sondern viele hausgemachte Fehler. Eine Bilanz. Mehr

24.07.2014, 12:19 Uhr | Wirtschaft
Vogelsberg Mit Mäusen gegen Windräder

Gibt es für den Rotmilan abseits der Rotoren genug zu fressen, dann kommt er den Anlagen nicht in die Quere. Das zeigt ein Artenschutzprojekt im Vogelsberg. Mehr Von Wolfram Ahlers

11.12.2014, 17:25 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.03.2010, 06:03 Uhr