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Samstag, 18. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rezension: Belletristik Im Keller

13.07.1999 ·  Ulrich Plenzdorf als Kabarettist

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"Eins und eins ist uneins" - dies kleine Sprachspiel ist fast schon das Witzigste an dem Bändchen mit zwei kabarettistischen Stücken und einem Dutzend Chansons. "Zusammenwachsen durch Zusammenlachen", heißt es einmal scheinheilig im Hauptstück, in der "Revolte Reform Revue". Doch die dort gestarteten Attacken aufs Zwerchfell setzen Zuschauer voraus, die finster zum Lachen entschlossen sind. Plenzdorf seinerseits ist entschlossen, den Beweis anzutreten für seine Rechnung, nach der eins und eins uneins ist.

Dazu probt eine Kabarett-Gruppe aus drei Ost-Schauspielerinnen und einem West-Regisseur ein Stück, in dem es um eine Entführung geht. Ein Rat arbeitsloser Frauen - abgekürzt RAF - entführt einen Arbeitsamtsleiter namens Kohlrausch, um Jobs für alle zu erpressen. Dick eingedruckt ins Buch ist der Vorsatz "keine Kohlwitze" - aber nur als Lizenz für den Autor, trotzdem welche zu versuchen. Die meisten haben ihr Verfallsdatum längst überschritten. Da hilft auch nicht der Rekurs auf Wilhelm Busch: "Eben geht mit einem Teller / Claudia Nolte in den Keller. / Daß sie von dem alten Kohle / Eine Portion sich hole. / Von dem sie besonders schwärmt, / Wenn er wieder aufgewärmt." Wer hier in den Keller geht, ist Ulrich Plenzdorf selbst. Kabarettexte als Buch - da muß der Kohl schon besonders gut sein. Plenzdorfs Kohl ist es nicht. (Ulrich Plenzdorf: "Eins und eins ist uneins". Eulenspiegel Verlag, Berlin 1999. 128 S., geb., 19,80 DM.)

HARALD HARTUNG

Eins und eins ist uneins

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.1999, Nr. 159 / Seite 46
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