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Maigret Marathon 20 : Der Keller des Majestic

Bild: Natascha Vlahovic

75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

          75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit (siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde ).

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Da ist er wieder. Sechs Jahre lang hatte Simenon das Maigret-Schreiben sein gelassen, jetzt, im Winter 1939/40, nahm er sich des Kommissars wieder an. Chronologisch geht er hinter die beiden zuvor erschienenen zurück, Maigret ist wieder (oder: noch) im aktiven Dienst und ermittelt wie immer. Nur der Ton ist rauher geworden in diesem Roman, weniger verhüllt, weniger geschmeidig. Unverkennbar ein neuer Anlauf.

          Die Handlung in einem Satz: Im vornehmen Hotel Majestic ist eine Amerikanerin ermordet worden, und ihr früherer Liebhaber gerät solange unter Verdacht, bis Maigret die Sache aufklären kann.

          Spielt in: Paris, Saint-Cloud und Cannes

          Neues über Maigret: Zum Zeitpunkt dieses Romans hat Maigret 25 Jahre Berufserfahrung, ist seit mehr als 20 Jahren verheiratet und wohnt im Boulevard Richard-Lenoir. Seine Dienststelle nennt er „Die Anstalt“. Er ist „ein Plebejer bis auf die Knochen, bis ins Mark.“

          Und Frau Maigret? Nennt ihren Mann scherzhaft „Monsieur Maigret“.

          Konsum geistiger Getränke: Bier, Weinbrand mit Wasser, Pastis.

          Fremd mit fünf
          Grauslich ist das Ende, soviel darf man verraten, ohne die Spannung zu beschädigen: Stellen wir uns einen kleinen Jungen vor, der als Sohn eines reichen Amerikaners aufwächst. Dann wird seine Mutter ermordet, während der Vater schon wieder eine neue Freundin hat. All das spielt sich in Paris ab, und wenig später erfährt der Amerikaner, dass er gar nicht der Vater ist. Also sagt er sich von dem Knaben los und überlässt ihn seinem bettelarmen biologischen Vater, einem Hotelangestellten. Übrigens spricht der Knabe, der jetzt bei fremden Leuten in einem fremden Kontinent bleiben soll, kein Wort Französisch. Maigret scheint das alles zu billigen.

          Lieblingssatz: „Ernst, kaum lächelnd, glaubten sie allein auf der Tanzfläche zu sein, ja, allein auf der Welt, und als die Musik aufhörte, blieben sie noch einen Augenblick bewegungslos stehen, bis sie dann wieder zu ihrem Tisch gingen.“

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