Als Joschka Fischer am Mittwoch noch einmal den Frankfurter Römerberg vollröhrte, da dürfte er sich sicher gewesen sein, neben den erschienenen zehntausend hessischen Stammwählern auch eine satte Hunderttausenderschaft auf seiner Seite zu haben: die Leser des Ökothrillers "Der Schwarm". Doch weit gefehlt. Denn wie sagt Schätzing? Stelle dein Schicksal den Mächten des Zufalls anheim: Gebt der Natur wieder Freiheit, auch beim Naturschutz. Einmal scheint er in seinem Roman gar konkret die Grünen anzusprechen: "Immer leben die Naturvölker wohldosiert von etwas, das die Weißen dann verschwenden. Haben sie es verschwendet, reiben sie sich die Augen und wollen es plötzlich schützen. Also schützen sie es vor denen, vor denen es nie geschützt werden mußte, und spielen sich auf." Den von dem im Buch beschriebenen Rachefeldzug der Natur geschockten Lesern bleibt in Deutschland keine Wahlmöglichkeit unter den ökologischen Parteien, denn keine ist einerseits radikal, andererseits tolerant genug. Und so werden sie den Kanzler wählen, der den Fluten getrotzt hat, also SPD.
apl