25.11.2009 · Die Stadt Garachico im Norden Teneriffas gehört zu jenen Orten, die nachts durch ihre Beleuchtung vielen gerade flüggen Jungvögeln - zum Beispiel der Sturmtaucher - zum Verhängnis werden. Statt auf dem Meer zu landen, lassen sie sich von den Lichtern irritieren und kommen in der Stadt runter, wo sie dann menschliche Hilfe benötigen.
Die Stadt Garachico im Norden Teneriffas gehört zu jenen Orten, die nachts durch ihre Beleuchtung vielen gerade flüggen Jungvögeln - zum Beispiel der Sturmtaucher - zum Verhängnis werden. Statt auf dem Meer zu landen, lassen sie sich von den Lichtern irritieren und kommen in der Stadt runter, wo sie dann menschliche Hilfe benötigen. Lichter in der Nacht - mancherorts haben sie Straftaten vereitelt. Andererseits sind in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker auch ihre Nachteile offenkundig geworden. Die Astronomen bauen ihre Observatorien schon längst fernab der menschlichen Siedlungen, in denen die Nacht schon fast zum Tage geworden ist und man kaum noch Sterne erkennen kann.
Seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zeigen Nachtaufnahmen der militärischen Wettersatelliten der Vereinigten Staaten den umgekehrten Blick vom Weltraum aus auf die Erde. Auf den Bildern sind einige Regionen mit großen Städten, etwa das Ruhrgebiet, fast überstrahlt, in Belgien fallen die nachts erleuchteten Autobahnen auf. Vor Japan sind nachts die Thunfischer mit großen Strahlern unterwegs, die nicht nur das Meer, sondern auch den Himmel beleuchten. Das Licht der künstlichen Leuchtquellen wird in der Atmosphäre gestreut.
Über die globale Lichtverschmutzung und ihre Folgen informiert eine Gruppe von Autoren in dem von Thomas Posch herausgegebenen Buch "Das Ende der Nacht". Dabei geht es zwar auch um die Behinderung der astronomischen Beobachtungen, über die derzeit wegen des Internationalen Jahres der Astronomie besonders viel diskutiert wird. Aber ein großer Teil des Textes ist dem Leben gewidmet. Zum Beispiel den Nachtfaltern, die sich insbesondere von den Lampen mit hohem ultravioletten Anteil anlocken lassen und zu Millionen verenden. Den Insekten, deren durch Lampen ausgelöster Tod schädliche Folgen für die Nahrungskette hat. Oder jenen Zugvögeln, die nachts den Sternenhimmel als Kompass mit verwenden und durch städtische Beleuchtung in die Irre geführt werden, so dass sie verwirrt mit Hochhäusern kollidieren.
Auch für den Menschen selbst ist das Dunkel der Nacht notwendig; denn im Dunkeln wird Melatonin produziert, das schlaffördernd ist, und ohne diesen Wirkstoff nimmt der Stress zu und kommt es häufiger zu Krebs. Das Buch enthält unter anderem Vorschläge, wie man die Lichtverschmutzung durch geeignete Lampen und Lichtanordnungen verringern kann. (G.P.)
Thomas Posch (Hrsg.): "Das Ende der Nacht - Die globale Lichtverschmutzung und ihre Folgen". Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2010. 152 S., geb., 24,95 Euro.