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Sonntag, 19. Februar 2012
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Schmetterlingseffekt

10.02.2010 ·  Chaosforschung verständlich erklärt

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"Schon der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien kann in Texas einen Orkan auslösen." Mit diesem Bild machte der Meteorologe Edward Lorenz das aufkommende Gebiet der Chaosforschung Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewissermaßen über Nacht populär. Es stand für seine Beobachtung, dass minimale Störungen in nichtlinearen Systemen zu drastischen, nicht vorhersagbaren Veränderungen führen können. Der Schmetterlingseffekt ist heute nicht viel mehr als nur eine originelle Metapher. Die Chaostheorie hat sich zu einem wichtigen Teilgebiet der Mathematik und Physik gemausert. Wetter- und Börsenvorhersage profitieren von ihren Erkenntnissen ebenso wie die Modellierung von Erosionsprozessen oder von Verkehrsstaus. Wo überall chaotisches Verhalten auftritt und man es trotz allem vorhersagen kann, beschreibt Leonard A. Smith in seinem Büchlein "Chaos". Der Autor, Ökonom und Mathematiker, hat bewusst auf Formeln verzichtet, um besonders Laien das komplexe Thema näherzubringen. Begriffe wie Fraktale, Attraktoren oder Mandelbrotmännchen werden verständlich erklärt. Das Buch enthält viele Beispiele, zahlreiche Abbildungen und ein Glossar.

mli

Leonard A. Smith: "Chaos". Verlag Reclam, Stuttgart 2010. 272 S., 6,80 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2010, Nr. 34 / Seite N2
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