Die großen Tagebaugruben in der Lausitz, im Rheinischen Revier und in anderen Abbaugebieten Deutschlands sind Zeugen einer großen industriellen Epoche. Viele davon sind aber aber auch zu einer schweren Bürde für Landschaftsplaner und Naturschutzbehörden geworden. Neben den zahlreichen gelungenen Versuchen der Rekultivierung und Renaturierung sind immer wieder auch Fälle bekanntgeworden, die die Grenzen der Sanierungsmöglichkeiten aufzeigen. Die sauren Restlöcher im mitteldeutschen Revier und die durch den Schwermetall-Erzbergbau verunreinigten Gebiete im Harz etwa sind ökologische Dauerpatienten. Auch die Versuche in der Lausitz, Landwirtschaft zu betreiben, wo vorher gegraben wurde, scheiterten meistens - in diesem Fall an den extrem sandigen Böden des Lausitzer Reviers. Es sind aber auch Schwierigkeiten ganz anderer Art aufgetreten, die in den betroffenen Regionen oftmals große Unruhe auslösen, nämlich um Interessenkonflikte. Während die einen - Land- und Forstwirte sowie die Industrie und die Freizeitindustrie - die zurückgewonnenen Flächen und Gewässer gerne für ihre Zwecke nutzen wollen, kämpft der Naturschutz gerade für das gegenteilige Ziel: die Nichtnutzung und Unterschutzstellung. In dem neuesten Band aus den Rundgesprächen der Bayerischen Kommission für Ökologie werden die Schwierigkeiten und Konflikte von mehr als zwei Dutzend Experten behandelt. Das Buch gibt den aktuellen Stand der Diskussion glänzend wieder.
jom
Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): "Bergbau-Folgeschäden und Ökosysteme", Rundgespräche Band 20, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2000, 143 S., 40 Mark.