Wenn im Bauch die Schmetterlinge tanzen, die Hände feucht werden und der Kloß im Hals schwillt, dann ist oft die Liebe im Spiel - aber auch die Chemie. Phenyläthylamin heißt das Hormon, dem genau diese Wirkung nachgesagt wird und das Verliebte in den siebten Himmel befördert. Nach den Flitterwochen übernehmen in einer harmonischen Beziehung dann andere Substanzen die Regie. Oxytocin, das sogenannte "Kuschelhormon", und Serotonin dominieren die Gefühlsebene, indem sie im Gehirn die Empfindung tiefer Zuneigung bewirken. "Lust und Liebe - alles nur Chemie?" fragen Rolf und Gabriele Froböse mit dem Titel ihres Biochemie-Lehrbuchs, das hinter die molekularen Kulissen des aufregendsten aller Gefühle blickt. In neunzehn Kapiteln entschlüsseln die beiden Wissenschaftsjournalisten die Mentalität der Liebe auf der molekularen Ebene. Sie gehen der Frage nach, wie das starke Gefühl im Gehirn repräsentiert wird und welche Moleküle die Emotionen steuern. Was Parfum und Lippenstift dazu beitragen, erfährt der Leser auf dem wissenschaftlichen Streifzug durch Amors Reich ebenso wie die Funktionsweise von Potenzmitteln und fundierte Tatsachen zum Mythos diverser Aphrodisiaka. Und nach der Lektüre ist man geneigt, das Fragezeichen des Buchtitels tatsächlich zu streichen.
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Rolf und Gabriele Froböse: "Lust und Liebe - alles nur Chemie?" Verlag Wiley-VCH, Weinheim 2004. 200 S., 24,90 Euro.