26.08.2009 · Jungakademiker zum Designer-Baby
Wie verbreitet Vorstellungen von einem "perfekten" Kind wirklich sind, wie viele Menschen sich ein Baby wünschen, das ihrer genetischen Maßgabe entspricht, das kann seriös kaum beziffert werden. Von den einen wird das Thema lieber tabuisiert oder skandalisiert, bei anderen wird es als ernsthafte Option diskutiert, was sich beim Blick in populäre Buchlisten leicht erkennen lässt. Ist ein auf Bestellung genetisch angepasstes Baby aber überhaupt möglich, und, wenn ja, wie weit dürfen Eltern und Ärzte gehen, welche moralischen und juristischen Komplikationen sind zu erwarten? Die Arbeitsgruppe "Technik und Gesellschaft" im Jungen Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste hat sich diesen Fragen in einem interdisziplinären Diskurs gestellt. In dem Band, in dem sowohl die Vorträge der Jungakademiker wie die daraus resultierenden Diskussionen zusammengefasst sind, geht es um den Stand der Technik, um Visionen - aber auch um die Grenzen der neuen Medizintechniken.
jom
Bernd Hartmann et al: "Designer-Baby. Diagnostik und Forschung am ungeborenen Leben". F. Schöningh Verlag, Paderborn 2009, 115 S., 22,90 Euro.