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Sonntag, 19. Februar 2012
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Wie wäre es mit Prinz Charles?

11.03.2010 ·  Liebe Ariane, da sind Sie nun vor dreißig Jahren in Stralsund auf die Welt gekommen und wissen nicht, wo Barth liegt? Gar nicht so weit weg von Stralsund, westlicher, aber noch in Pommern. Jedenfalls nicht auf dem Darß, wie Sie schreiben! Bestimmt aber hat Ihnen da der Lektor einen Storch gebraten, wie man im an Störchen reichen Mecklenburg-Vorpommern vielleicht sagen darf.

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Liebe Ariane, da sind Sie nun vor dreißig Jahren in Stralsund auf die Welt gekommen und wissen nicht, wo Barth liegt? Gar nicht so weit weg von Stralsund, westlicher, aber noch in Pommern. Jedenfalls nicht auf dem Darß, wie Sie schreiben! Bestimmt aber hat Ihnen da der Lektor einen Storch gebraten, wie man im an Störchen reichen Mecklenburg-Vorpommern vielleicht sagen darf. Und wissen Sie wirklich nicht, dass es korrekt heißen muss "Seine Durchlaucht Herzog Christian Ludwig II." - Sie wissen schon, der Herzog, der das herrlich barocke Ludwigslust in Mecklenburg zwar nicht gegründet hat, nach dem es aber benannt ist. "Ihre" gilt für die Herzogin. Das müssen Sie unbedingt beherrschen, denn sosehr wir beide Mecklenburg und Vorpommern lieben, so könnten wir es uns sicherlich gemeinsam auch wieder mit einem Herzog in einem Schloss vorstellen. Einem Herzog ehrenhalber, versteht sich, zum Ministerpräsidenten dazu. Was halten Sie von Prinz Charles? Er käme in Mecklenburg zurück zu seinen Wurzeln, wenn Sie an die in Mirow, also in Mecklenburg-Strelitz, geborene englische Königin Sophie Charlotte denken. Bevor er sich aber zur Reise entschließt, sollte er Ihre "Gebrauchsanweisung" lesen. Er würde vermutlich wie ich nicht auf die Idee kommen, die Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern als Meck-Pommer zu bezeichnen. Aber das sei Ihrer jugendlichen Frische nachgesehen. Denn Sie sind ja nicht dreist, nur ein bisschen frech. Sie können wunderbar schreiben. Wie Sie die Säulen von Haus Goor in Lauterbach mit "bösen Lehrerinnen" vergleichen und den Circus in Putbus mit einer Torte, das ist hübsch. "Kein Leuchtturm kommt ungeknipst davon." Das ist charmant. Dankbar bin ich auch dafür, dass Sie mal aussprechen, was ich schon oft gedacht habe: Bei der Ortsumgehung von Stralsund meint man immerzu, genau in die falsche Richtung zu fahren. Ich glaube, jeder, der Ihr Buch liest, muss sich sofort nach Mecklenburg-Vorpommern aufmachen, wenn er nicht gerade ein Herz aus Stein hat. Denn eines vor allem duftet wie die sattgelben Rapsfelder im Frühjahr aus Ihrem Text: die Zuneigung zum Land. Und Ihre Sehnsucht dorthin, wenn Sie in Ihrem Berlin sind. Wenn ich mal wieder einen Hühnergott am Strand finde, schickt Ihnen den Ihr

F.P.

"Gebrauchsanweisung für Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseebäder" von Ariane Grundies. Piper Verlag, München 2009. 202 Seiten, eine Übersichtkarte. Broschiert, 14,95 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2010, Nr. 59 / Seite R5
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