15.09.2011 · Was für eine schöne Idee, Wasserspiele zum Ziel der Reise zu machen! Ein Augenzwinkern ist natürlich dabei, denn man schaut sich selbstverständlich auch anderes an, wenn man etwa im herrlichen Pillnitz an der "Primavera" steht, geschaffen von Malgorzata Chodakowska aus - Holz. Aber Wasserspiele sind in ihrer Zwecklosigkeit schönste Lebensfreude, Orte des Ausruhens und Besinnens.
Was für eine schöne Idee, Wasserspiele zum Ziel der Reise zu machen! Ein Augenzwinkern ist natürlich dabei, denn man schaut sich selbstverständlich auch anderes an, wenn man etwa im herrlichen Pillnitz an der "Primavera" steht, geschaffen von Malgorzata Chodakowska aus - Holz. Aber Wasserspiele sind in ihrer Zwecklosigkeit schönste Lebensfreude, Orte des Ausruhens und Besinnens. An einem Wasserspiel wird man immer fröhliche Gesichter sehen. Und wer dem Murmeln des Wassers lauscht, wird auch Geschichten hören - wenn auch nicht immer die über den Ort des Brunnens, seinen Schöpfer, seinen Spender, seine Figuren, seine Technik. Aber dafür gibt es ja dieses Buch. Der Fotograf Jörg-R. Oesen und der Brunnentechniker Eberhard Grundmann stellen darin siebzig Wasserspiele vor, allesamt in und um Dresden. Das "Nymphenbad" im Zwinger ist Pflicht, weil der Zwinger Pflicht ist. Der "Delphinbrunnen" an der Brühlschen Terrasse ist nicht zu übersehen, der Artesische Brunnen am Albertplatz allemal einen Spaziergang wert wie auch nahebei der Mozartbrunnen mit seinen bezaubernden Mädchen aus Gold, dem Ernst, der Anmut und der Heiterkeit. Aber wer achtet schon in der Weißen Gasse auf den lustigen Gänsediebbrunnen? An der Bürgerwiese steht die im Jahr 1860 von Bruno Fischer geschaffene "Badende" aus Marmor, die tatsächlich so aussieht, als würde sie im selben Augenblick in das Becken vor ihr springen. In der Sarrasanistraße gibt es einen Zirkusbrunnen mit Wasser speiendem Elefanten. In Plauen steht ein Müllerbrunnen, gestiftet von einer Mühlenbesitzerfamilie. Rabenau hat einen Stuhlbauer-, Dippoldiswalde einen Schuh-, Neustadt einen Viehmarkt- und Wilthen, von wo der "Wilthener" herkommt, sogar einen Schnapsbrunnen. In Cossebaude gibt es einen "Trunkenen Vogel". Mit den ausgewählten Beispielen geht es durch alle Stilrichtungen und Epochen. Jeder Brunnen ist auf seine Weise eine Kostbarkeit. Obgleich die vielen, vielen Dresden-Touristen sich am Ende ihrer Tour zu allen den Sehenswürdigkeiten wohl am meisten über eine Unscheinbarkeit auf dem Postplatz freuen - den Trinkbrunnen, 2005 von dem Dresdner Designer Rolf Roeder entworfen, von beiden Seiten aus zu benutzen.
F.P.
"Die schönsten Brunnen in und um Dresden" von Jörg-R. Oesen (Fotografien) und Eberhard Grundmann (Text). Edition Sächsische Zeitung, Dresden 2010. 71 Seiten, mehr als 170 farbige Abbildungen. Broschiert, 19,90 Euro.