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Samstag, 18. Februar 2012
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Verheerungen auf russische Art

18.03.2010 ·  Mariusz Wilk ist ein Besessener des russischen Nordens. Nach zehn Jahren auf den Solowetzkij-Inseln im Weißen Meer kaufte der polnische Journalist 2003 ein verrottetes Holzhaus am Onegasee an der Grenze zu Finnland. Von dort aus schreibt er über das ländliche Russland - nicht als "Fremder unter Einheimischen", ...

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Mariusz Wilk ist ein Besessener des russischen Nordens. Nach zehn Jahren auf den Solowetzkij-Inseln im Weißen Meer kaufte der polnische Journalist 2003 ein verrottetes Holzhaus am Onegasee an der Grenze zu Finnland. Von dort aus schreibt er über das ländliche Russland - nicht als "Fremder unter Einheimischen", sondern als jemand, der sich einlässt auf die Belange der desolaten Dorfgemeinschaft. Eigenhändig fällte er die Kiefern für die Strommasten, die erstmals Elektrizität in die abgeschiedene Gegend bringen, renovierte die alte Dorfkirche. Und er erweist sich wieder als großartiger Erzähler. In tagebuchartigen Sequenzen entfaltet Wilk ein Panorama des russisch-karelischen Nordens. Er schreibt über verlorene Traditionen, alkoholbedingte Verheerungen, die Einsamkeit des Winters und immer wieder von den Menschen, die sich dort behaupten oder zugrunde gehen - so gemütvoll und poetisch, wie nur einer erzählen kann, der das Sujet seines Lebens gefunden hat.

taro

"Das Haus am Onegasee" von Mariusz Wilk. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2008. 270 Seiten. Gebunden, 19,90 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2010, Nr. 65 / Seite R5
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