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Sonntag, 19. Februar 2012
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Schön ist es auch anderswo

11.02.2010 ·  Dies ist ein seltsames, irgendwie unentschiedenes Buch. Es beginnt mit einem schönen Einleitungsessay von Benedict Allen. Der in England bekannte, im deutschen Sprachraum aber völlig unbekannte Reiseautor wird nicht vorgestellt, doch er beschreibt eine anschauliche Szene: In Kenia trifft er auf einen Massai, der schließt sich ihm zu einer Wanderung an.

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Dies ist ein seltsames, irgendwie unentschiedenes Buch. Es beginnt mit einem schönen Einleitungsessay von Benedict Allen. Der in England bekannte, im deutschen Sprachraum aber völlig unbekannte Reiseautor wird nicht vorgestellt, doch er beschreibt eine anschauliche Szene: In Kenia trifft er auf einen Massai, der schließt sich ihm zu einer Wanderung an. Dann aber führt ihn der junge Mann nicht zu besonders schönen Orten in der Landschaft - er will einfach nur wandern, um des Wanderns willen. So eingestimmt, freut sich der Leser auf unterhaltsame Reportagen anhand von Trekkingtouren zu Naturwundern. Aber nein. Es folgen nur seitenweise Beschreibungen, erklärt wird der Startpunkt, sei es Hautajärvi, nur wenige Kilometer südlich des Polarkreises (Finnland), dem Leser wird empfohlen, in La Caldera aus dem Bus auszusteigen, um fünf Stunden zu wandern (Teneriffa), in den Drakensbergen erfährt man, der vierte Tag beginne mit einem steilen Anstieg zum Black-Eagle-Pass, und zur Wanderung im Gros-Morne-Nationalpark steht unter anderem, es gebe einen Campingplatz mit Torfklo. Infokästen und Kartenskizzen gibt es genügend, zu Touren von Patagonien bis Island, von der Mongolei bis nach Hawaii, von Sizilien bis nach Südafrika. Aber was soll man mit solchen Informationen anfangen? Wegen einer Trekkingtour in Neuseeland wird man das Buch nicht kaufen oder konsultieren wollen, und in den Rucksack passt es auch nicht. Als Autor firmiert Jon Sparks, wer das ist, erfährt man auch nicht. Ohnehin stammt nur gut die Hälfte der Texte von ihm, die anderen sind von weiteren Autoren, sie werden zwar namentlich erwähnt, aber wer sind sie? Bleiben die Bilder. Zu jeder Tour gesellen sich Fotos, großformatig und bunt. Aber eine eigene Bildsprache entwickelt sich nicht. Wie auch, es gibt nicht den einen Fotografen, der für das Buch um die Welt reiste; die Bilder wurden in aller Welt in Archiven zusammengekauft. Schade drum, schade um die ganze Idee, Trekkingtouren rund um den Globus zu beschreiben. Wo doch nicht nur in Kenia, sondern überall auf der Welt der Wanderer unterwegs auf Menschen trifft, die seine Leidenschaft teilen.

bär.

"Wander- und Trekkingtouren zu den Naturwundern der Welt" von Jon Sparks. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2009. 192 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten. Gebunden, 26 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2010, Nr. 35 / Seite R6
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