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Rosen, Rasen, Rhododendren

16.06.2011 ·  Die nahe liegende Vorstellung eines englischen Gartens sind Rosen und Rasen, eine alte Ziegelmauer, ein Holzzaun und versteckt zwischen Hecken und Rabatten liegend ein von Clematis umsponnenes Cottage oder ein altes Herrenhaus. Wie ganz anders und vielseitig englische Gärten aussehen können, bringt ...

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Die nahe liegende Vorstellung eines englischen Gartens sind Rosen und Rasen, eine alte Ziegelmauer, ein Holzzaun und versteckt zwischen Hecken und Rabatten liegend ein von Clematis umsponnenes Cottage oder ein altes Herrenhaus. Wie ganz anders und vielseitig englische Gärten aussehen können, bringt ein Streifzug durch den Südwesten der britischen Insel zum Vorschein, die Gegend, die es klimatisch, landschaftlich und vom Einkommensdurchschnitt ihrer Bewohner so gut getroffen hat. In Dorset, Devon, Somerset und Cornwall gibt es subtropisch, mediterran oder japanisch gestaltete Anlagen, botanische Schaugärten und Arboreten; Rhododendron-Üppigkeit im äußersten Westen, Eiben wie Gewitterwolken im Nordosten. Einundfünfzig Gärten sind in diesem handlichen Führer versammelt; neben bekannten, traditionellen Anlagen wie Tintinhull, Hestercombe, den verlorenen und wieder erstandenen Lost Gardens of Heligan tauchen interessante, moderne und weniger bekannte Erscheinungen auf: Knoll, Cranborne, Dartington Hall, in denen Pflanzensammler mit Stauden, Ziergräsern, Gemüse und Wildblumen experimentieren. Ein Abstecher führt nach Stourton in Wiltshire, dem idealen Gartenreich und Vorbild aller klassischen Landschaftsparks. Die Autorin ist eine ausgewiesene Kennerin des Südwestens. Sie führt seit Jahren Gruppen durch die Gärten und weiß, wo man nach dem Besuch einkehren kann, wo es gute Fischrestaurants, Teestuben und Eisdielen gibt, wo Liebhaber von Käse, Apfelcider, Blumenzwiebeln, Magnolien und Gehölzen einkaufen können. Sie weiß auch, wann welcher Garten in schönster Blüte steht, wie der autolose "grüne" Reisende zur Gartenpforte gelangt und wann der Interessent besser fernbleibt. Deshalb vergibt man ihr den gelegentlich etwas gouvernantenhaften Ton, der sich offenbar in vielen Jahren des Umgangs mit begriffsstutzigen Touristen ausgebildet hat: "Lesen Sie die Beschreibung genau durch." - "Immer den Eintritt bezahlen." - "Vorsicht Verkehr." Über die errechnete "Mindestbesuchszeit" von dreißig, vierzig, fünfundvierzig oder mehr Minuten wird der erwachsene Gartenbesucher dann souverän am Ort entscheiden.

letz

"Südwestengland. Ein Gartenreiseführer" von Heidi Howcroft. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011. 160 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Broschiert, 19,99 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2011, Nr. 138 / Seite R7
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