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Mittwoch, 15. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rezension: Sachbuch Europa

31.12.1997
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"New York in Catania. Eine phantastische Reise durch Sizilien" von Alban Nikolai Herbst. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1997. 202 Seiten. Broschiert, 14,80 Mark. ISBN 3-499-22168-3.

Phantastisches Märchen, Reisetagebuch, Kriminalroman - das Buch entzieht sich einer genauen Einordnung. In jedem Fall handelt es sich um eine Lektüre, die dem Leser die Sinne schärft. Mit Sizilien hat es insofern zu tun, als die Insel den Hintergrund für die höchst suggestive Handlung liefert. Alban Nikolai Herbst, ein moderner E. T. A. Hoffmann, konstruierte seine phantastische Reise mit den literarischen Tricks der Romantiker. Im Fortschreiten der Romanhandlung verschwimmen die Grenzen zwischen dem Ich-Erzähler und dem erzählten Ich. Der Leser wird kunstvoll in die Irre geführt, weiß am Ende nicht mehr, wem er glauben soll und liest gerade deshalb atemlos weiter. Und weil Herbst es meisterhaft versteht, Menschen, Städte und Landschaften zu portraitieren, erfährt man aus dieser phantastischen Kriminalgeschichte mehr über Sizilien als aus manchem Reiseführer. Die Begegnung mit einem tempelfegenden, jungen Mann in Segesta, der Corso' von Enna oder das Bad im Fluß Anapo sind nicht nur minuziös beobachtet und empfunden, sondern auch großartig in Worte gefaßt. Ein Buch, das man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen mag. Und am Ende reist man womöglich nur nach Sizilien, um herauszufinden, was es mit dem Geheimnis denn nun wirklich auf sich hat. (Pa.)

New York in Catania

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.1997, Nr. 303 / Seite R2
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