Bei der Abkürzung "LLL" denken Physiker an "Low-Level-Laserlicht", Pädagogen an "Lebenslanges Lernen", Sadomasochisten an "Lack, Leder, Latex" und Langläufer an das einzig Richtige: an das Motto "Langläufer leben länger", unter dem ihr Sport in den sechziger Jahren zum Massenvergnügen wurde. Der Boom ist ungebrochen, und deswegen kommt ein Buch wie dieser Atlas gerade recht. Er stellt hundert Langlaufregionen mit tausend Loipen in Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz und den skandinavischen Ländern mit viel Detailkenntnis vor. Allerdings gerät er vor lauter Begeisterung dabei manchmal in den Tonfall der Heimatdichterlyrik und Lokalpatriotenpoesie - überall wimmelt es von "Loipendorados", oder es wird der "weltberühmte Schwarzwald", eigentlich ein überwiegend strengkatholischer Landstrich, zum "Mekka für Anhänger der schmalen Ski". Doch die Sprache ist nicht wichtig, es geht allein um die Fakten, und daran besteht kein Mangel. Die Charakteristika der einzelnen Regionen werden einschließlich Topographie, Schwierigkeitsgraden und ein paar touristischen Hinweisen in einem Fließtext erläutert, dem sich in tabellarischer Form Informationen über Saisonzeiten, Anreise, Auskunftstellen, Loipennetz, Nachtstrecken, Skiverleih und Volksläufe anschließen. Ein Manko sind die Karten, die bestenfalls für eine grobe Übersicht taugen und den Buchtitel Atlas nicht rechtfertigen. Auch vermißt man ein Streckenprofil, um auf einen Blick sehen zu können, welche Anstrengungen die Lebensverlängerung auf den jeweiligen Loipen kostet.
str.
"Bruckmanns Loipenatlas" herausgegeben von Heinrich Bauregger. Bruckmann Verlag, München 2002. 240 Seiten, 200 Abbildungen, zahlreiche Karten. Gebunden, 39,90 Euro. ISBN 3-7654-3742-5.