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Freudig durch die Regentage

 ·  Im Salzkammergut ist es oft nass. Es regnet an gut hundertdreißig Tagen im Jahr, wie man sich erzählt. Die Meteorologen bestätigen dies: keine Gegend für Sonnenanbeter. Wer sich nach Gmunden, Hallstatt oder St. Gilgen in die Sommerfrische zurückzieht, hat Schirm, Hut und Wetterfleck stets dabei - ...

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Im Salzkammergut ist es oft nass. Es regnet an gut hundertdreißig Tagen im Jahr, wie man sich erzählt. Die Meteorologen bestätigen dies: keine Gegend für Sonnenanbeter. Wer sich nach Gmunden, Hallstatt oder St. Gilgen in die Sommerfrische zurückzieht, hat Schirm, Hut und Wetterfleck stets dabei - und verlässt sich darauf, dass sich Ferienfreuden nicht allein unter freiem Himmel einstellen, sondern auch in den vielen Kirchen, Wirtshäusern und Stuben, in den kleinen Museen und in den Werkstätten und Geschäften der Handwerker und Künstler. Auch Alfred Komarek weiß, was seine Heimat zu bieten hat. Als gebürtiger Ausseer hat er den Landstrich mit seinen "Daniel Käfer"-Romanen, die auch verfilmt wurden, über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt gemacht. Den "Kulturschätzen im Salzkammergut" hat er sich schon früh auf die Spur gesetzt. Immer wieder hat er den Band aktualisiert und ergänzt, um seine Leser zu gotischen Schnitzaltären und friedvoll lächelnden Madonnen, zu bemalten Schädeln in mittelalterlichen Beinhäusern, zu genagelten Schuhen und kunstvoll bestickten Lederhosen zu schicken. Sein Buch ist ein lebendiger Reisebegleiter, von Eva Kellner mit Vignetten illustriert und vom Autor mit zahllosen Hinweisen versehen, die als Kuriosa und Geheimtipps durchgehen mögen. Das Salzkammergut sei zu vielschichtig, um es in einem Menschenleben zu erfahren, behauptet der Autor. Kein Wunder, dass seine Hinweise für etliche Sommerfrischen ausreichen - Regen hin oder her.

aber

"Kulturschätze im Salzkammergut - Ein Reisebegleiter" von Alfred Komarek, mit Illustrationen von Eva Kellner. Kremayr & Scheriau, Wien 2009. 319 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Broschiert, 22,90 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2010, Nr. 87 / Seite R4
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