11.02.2010 · Hans-Gerd Türke ist auch in seinem dritten Wanderführer wieder sehr verlässlich. Nach Chemnitz und Umgebung sowie Dresden und Umgebung geht es nun ins Osterzgebirge. Schon auf der ersten Wanderung lässt der Autor alle Anstrengung vergessen, weil der Wanderer, der sich ihm an die Hand gibt, so viel erfährt.
Hans-Gerd Türke ist auch in seinem dritten Wanderführer wieder sehr verlässlich. Nach Chemnitz und Umgebung sowie Dresden und Umgebung geht es nun ins Osterzgebirge. Schon auf der ersten Wanderung lässt der Autor alle Anstrengung vergessen, weil der Wanderer, der sich ihm an die Hand gibt, so viel erfährt. Es geht auf den Cottaer Spitzberg hinauf. Da gibt es unterwegs nicht nur ein Marienbild zu sehen und Sühne- oder Mordkreuze, sondern auch den Cotta-Tunnel, diesen allerdings nur aus der Entfernung. Ein Zaun vehindert die eingehendere Erkundung, und der Eingang ist sogar zugemauert. Mehr als zweihundertfünfzig Meter ist der Tunnel lang. Er gehörte zu der neun Kilometer langen Eisenbahnstrecke zwischen Pirna und Großcotta; berühmt wurde er, weil hier 1944 die Nationalsozialisten die Gemälde aus der Galerie "Alter Meister" in Güterwaggons gelagert hatten, Raffaels "Sixtinische Madonna" etwa. Die Gemälde wurden von der Roten Armee gefunden und erst einmal in die Heimat abtransportiert, bevor sie dann in die DDR zurückkamen. Der Cottaer Spitzberg, das eigentliche Ziel, ist knapp vierhundert Meter hoch. 1865 wurde darauf eine Säule für die Landvermessung errichtet. Aber warum eigentlich diese eine Wanderung vor den anderen hervorheben? Vielleicht weil sie am wenigsten anstrengt. Alle Ausflüge sind ausführlich beschrieben und mit vielen Karten dokumentiert, die Sehenswürdigkeiten im Foto festgehalten. Eigentlich dürfte da dem fremden Wanderer nichts passieren.
F.P.
"Sächsischer Wanderführer, Osterzgebirge" von Hans-Gerd Türke. Chemnitzer Verlag, Chemnitz 2009. 189 Seiten, zahlreiche Fotos und Karten. Broschiert, 16,80 Euro.