22.07.2010 · Schwupps - und es springt einem eine Schar Tiere entgegen wie die Fontäne eines Brunnens: Pinguine und Delphin, Eichhörnchen und Känguru, Giraffe, Tiger und Schmetterlinge. Wer Kinder hat, weiß, dass ein solches Buch für lange Zeit nicht über Seite 3 hinaus geblättert wird. Zu schön ist der Effekt des Pop-up, in dem die Vielfalt der Fauna zum Blumenstrauß wird.
Schwupps - und es springt einem eine Schar Tiere entgegen wie die Fontäne eines Brunnens: Pinguine und Delphin, Eichhörnchen und Känguru, Giraffe, Tiger und Schmetterlinge. Wer Kinder hat, weiß, dass ein solches Buch für lange Zeit nicht über Seite 3 hinaus geblättert wird. Zu schön ist der Effekt des Pop-up, in dem die Vielfalt der Fauna zum Blumenstrauß wird. Innen wird es dann akademischer. Nach Kontinenten sortiert, entnehmen die jungen Leser bunten Karten die Verteilung der Lebensräume von Polargebiet und Prärie über die Wüste bis zu Regenwald und Korallenriff. Und beispielhaft werden jeweils große wie kleine Bewohner dieser Regionen vorgestellt. Mal folgt die Auswahl dem Kuscheleffekt, dann schaut die Sattelrobbe mit großen Augen aus der Seite heraus, mal bekommen Kuriositäten den Vorzug; etwa der Pillendreher, ein Käfer, der sich aus Kot eine Kugel rollt und diese als Nahrung für seine Larven vergräbt. Manches würde man gern deutlicher sehen - zum Beispiel das Nest des Scharlachwebers, für das der Vogel eigens hervorgehoben wird. Anderes müssen sich die Kinder erst erarbeiten. So heißt es über den südasiatischen Atlasspinner zunächst einmal nur, dass er einer der größten Schmetterlinge der Erde sei. Erst auf der Aufklappseite "Fakten und Zahlen" findet sich die Flügelspannweite von bis zu dreißig Zentimetern. Ebendiese Rubrik wird Kindern gefallen, eine Liste, der auch solch unverzichtbares Wissen zu entnehmen ist wie die Länge der Texas-Klapperschlange von immerhin zwei Metern - oder dass der Schwarze Heilbutt vier Millionen Eier legt. Das sind Zahlen, mit denen die Eltern dann wochenlang beim Frühstück zum Staunen gebracht werden. Durch den Wechsel zwischen Fotos, Zeichnungen und schematischen Darstellungen wird die Lektüre nicht nur zur Reise durch die Wunderwelt der Tiere, sondern sie öffnet ganz spielerisch den Weg in die unterschiedlichen Darstellungsweisen all jener Tierbücher, die anschließend im Kinderzimmer Einzug halten.
F.L.
"Kindertieratlas" von Marie Greenwood (Text) und Peter Bull Studios (Illustrationen). Dorling Kindersley Verlag, München 2010. 33 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 14,95 Euro.