Einen Meter siebzig ist die Massai-Hirtin aus Kenia groß, siebenundvierzig Kilogramm wiegt sie, achthundert Kalorien sind ihre Tagesration. Sie steht am Anfang dieser beeindruckenden kulinarischen Weltreise, bei der achtzig Menschen aus dreißig Ländern mit ihren Mahlzeiten eines durchschnittlichen Tages porträtiert werden. Am Ende des Buches lernen wir eine fettleibige Hausfrau aus London kennen, die jeden Tag unfassbare 12300 Kalorien in sich hineinstopft. Dazwischen liegt eine Art empirischer Ethnologie aus Elend und Überfluss, Not und Prasserei. Wer je daran gezweifelt hat, dass die Welt ungerecht ist, tut das jetzt nicht mehr. Dazu reicht allein die Begegnung mit dem verfetteten amerikanischen Busfahrer, der fast sechsmal so viel wiegt wie die Näherin aus Bangladesch. Außerdem gibt es Exkurse über gesunde Ernährung, schockierende Statistiken - die Vereinigten Staaten kosten die Folgen der Fehlernährung 120 Milliarden Dollar pro Jahr - und ganz selten auch ein bisschen Trost: Italien hat 290 McDonald's-Filialen - und fünfundzwanzigtausend Pizzerien.
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"Mahlzeit - auf achtzig Tellern um die Welt" von Peter Menzel und Faith D'Alusio. Geo Verlag, Hamburg 2010. 336 Seiten, 350 Fotos. Gebunden, 39,90 Euro.