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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Die italienische Küche ist meistens gut

 ·  Wer mit dem legendären Kochbuch "Die echte italienische Küche" seit Jahren in Freuden lebt, begegnet der Nachfolgerin "Die neue echte italienische Küche" natürlich etwas reserviert. Beim Vergleich stellt man fest: Klassiker wie Spaghetti carbonara fehlen, herzhafte "agrodolce"-Gerichte wurden ausgetauscht. Statt ...

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Wer mit dem legendären Kochbuch "Die echte italienische Küche" seit Jahren in Freuden lebt, begegnet der Nachfolgerin "Die neue echte italienische Küche" natürlich etwas reserviert. Beim Vergleich stellt man fest: Klassiker wie Spaghetti carbonara fehlen, herzhafte "agrodolce"-Gerichte wurden ausgetauscht. Statt Wildschwein aus dem Latium wird jetzt eine Variation mit Schokolade aus der Toskana unterbreitet - es liegt wohl im Trend, Hauptgerichte mit Schokolade zu kochen, wozu Wolfram Siebeck kürzlich seine Leser aufgefordert hat. Insgesamt folgt das neue Buch dem alten Muster, Regionen mit ihren Weinen und Speisen vorzustellen. Verbanden sich früher Kalabrien und Sizilien zu einer gastronomischen Allianz, tritt jetzt Sizilien als Alleinunterhalter auf, und Kalabrien ist mit der Basilikata eine Verbindung eingegangen. Beide Bände verführen mit schönen Landschaftsaufnahmen. Doch während früher eher die echte "cucina povera" beschrieben wurde mit dem exemplarischen Titelbild eines rustikalen Stillebens, sehen wir jetzt auf weißem Leinen leichte Kost in Form elegant arrangierter Melonenspalten. Das Kapitel Warenkunde wurde erweitert, beim Thema Wein feiern die Autoren die Entdeckung alter Rebsorten. Fazit: ein Klassiker ist die Neuauflage geblieben, hat aber in der bemühten Suche nach einer "neuen" italienischen Küche etwas an Charme eingebüßt.

B.S.

"Die neue echte italienische Küche" von Reinhard Hess, Cornelia Schinharl und Sabine Sälzer. Verlag Gräfe und Unzer, München 2006. 320 Seiten, zahlreiche Farbfotos. Gebunden, 49,90 Euro, ISBN 3-8338-0240-5.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2006, Nr. 261 / Seite R7
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