17.12.2009 · Der Erfolg des Schriftstellers Jan Weiler ist untrennbar mit Essen verbunden. Der Titel seines ersten Bestsellers lautet "Maria, ihm schmeckt's nicht", und der Held des Romans trägt Marcipane, das italienische Wort für Marzipan, als Nachnamen. Seit einiger Zeit ist Weiler nun auch Mitinhaber eines Restaurants ...
Der Erfolg des Schriftstellers Jan Weiler ist untrennbar mit Essen verbunden. Der Titel seines ersten Bestsellers lautet "Maria, ihm schmeckt's nicht", und der Held des Romans trägt Marcipane, das italienische Wort für Marzipan, als Nachnamen. Seit einiger Zeit ist Weiler nun auch Mitinhaber eines Restaurants mit angegliedertem Weinladen, der "Vinoteca Marcipane", in Münsing am Starnberger See. Bei der medienwirksamen Kombination aus Bestsellerautor und Restaurantbesitzer verwundert es nicht, dass ein Kochbuch auf den Markt kommt, kaum dass die Vinoteca eröffnet ist. Trotzdem ist das Buch kein Schnellschuss. Das liegt vor allem an seinem Konzept: Das Versprechen, ein literarisches Kochbuch zu sein, hält es auf konsequente Weise ein. Die Rezepte von Küchenchef Corbinian Kohn wechseln sich ab mit Kolumnen von Jan Weiler. Obwohl Texte und Rezepte durch das Layout des Buches klar voneinander getrennt sind, fügen sie sich zu einer stimmigen Einheit. Denn ebenso wie die Gerichte nicht durch Komplexität, sondern die einfallsreiche Zusammenstellung ihrer Zutaten überzeugen, liegt der Charme der Kolumnen weniger in ihrer sprachlichen Finesse als in Weilers originellen Assoziationen zu den Rezepten. Die Texte seien allesamt in der "Vinoteca Marcipane" ausgedacht und zubereitet worden, schreibt Weiler. Weinseliges Schankraum-Kolorit bemühen viele Schriftsteller als Entstehungsmythos ihrer Texte. Doch Weiler glaubt man sofort: Seine Kolumnen können gar nicht anderswo als im Küchendunst entstanden sein.
jul.
"Das Marcipane Kochbuch" von Jan Weiler und Corbinian Kohn. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009. 240 Seiten, einige Abbildungen. Gebunden, 19,90 Euro.